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bey ihrem Chore angestellt. In ihrer nachherigen Ehe aber erlaubte sie sich Unlauterkeiten, die vollends in ihrem Witwenstande recht offenbar u. augenscheinlich wurden. Nun war sie in aller Absicht elend. Wegen eines unheilbaren Schadens im Gesichte war sie jedermann zum Abscheu. Aller Gemeinschaft mit den Geschwistern hatte sie sich verlustig gemacht; dabey drückte sie die bitterste Armuth, und ihre eigne Söhne waren so misrathen, daß sie wenig Mitleiden mit ihr hatten. Dadurch wurde sie mürbe. Viel mal hat sie in meinem Hause in vollen Thränen auf ihren Knien gelegen, u. dem Heiland ihre Untreue u. die Schmach, die sie Ihm gemacht, abgebeten. Ich betete zulezt mit ihr nur immer darum, daß Gott ihre arme Seele, nach dieser 12 jährigen Züchtigung, erlösen u. sie als eine begnadigte Sünderin von der Welt wegnehmen solte; und
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 734. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/740&oldid=- (Version vom 23.8.2025)