Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/768
D. 11tn redete der Helfer Bruder Gabriel in der Frühstunde sünderhaft u. gefühlig von der Liebe des Heilandes, womit Er uns bis in den Tod geliebet, u. bezeugte den Geschwistern, daß er sich bey dem Gefühl seiner Armuth u. Sündigkeit an den lieben Heiland halte, Ihm seine Fehler bekenne, u. Seine Nähe u. Trost im Herzen fühle. In diesen Tagen konten unsre Brüder keinen einzigen Seehund bekommen, so wie sie überhaupt den ganzen Winter nur sehr wenige gefangen hatten. Auch zum Eydervogelfang war die Witterung zu stürmisch. Den Witwen u. Waisen, welche keinen Erwerber haben, geht es besonders knapp, so daß wir nicht wissen, womit manche ihren Hunger stillen. Den ärmsten helfen wir, so viel wir können, es will, aber nirgends zulangen. D. 17tn nach der Singstunde, welche Bruder Grillich zum erstenmal hielt, hatten wir mit unsern Helfern Conferenz, in welcher der Bruder Joab erzehlte, daß er vor einigen
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 762. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/768&oldid=- (Version vom 29.8.2025)