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es außer der Fabel zu thun scheint. Ich setze nunmehr einen ehrgeizigen Menschen an die Stelle der Lerche. Er sey ein Auror, ein Held, ein Staatsmann. Er glaubt, durch die Einbildung betrogen, daß er Nebenbuhler habe; diese zu übertreffen, strengt er seinen Ehrgeiz so lange an, bis er darunter erliegt. Ist alles richtig in dieser Vergleichung? Glaubt der Ehrgeizige nur Nebenbuhler zu haben, oder hat er sie nicht wirklich? Er hat sie; und wie der Thor immer noch einen größern Thoren findet, der seinen Werth bewundert: so findet der Ehrsüchtige immer einen noch Ehrsüchtigern, der mit kleinern oder grössern Kräften ihn zu übertreffen sucht. Also harmonirt die Fabel nicht genug mit der Moral; oder sie scheint ein Körper zu seyn, der seiner Seele, der Moral, nicht genug angemessen ist. Was ist das Echo, das die Lerche für ihre eigne Stimme hält, in Ansehung des Ehrgeizigen? Das weis ich itzt eben so wenig, als ich es damals mag gewußt haben, da ich die Fabel entworfen. Wir wollen nunmehr die Stellungen der Handlung, oder die einzelnen Theile bestrachten, aus denen sie zusammengesetzt ist. Ist alles, was vorgeht, so beschaffen, daß der Erfolg ohne dasselbe nicht wohl hätte geschehen können, oder daß die Erdichtung weniger anziehend geworden wäre? Es ist offenbar, daß theils müßige Theile vorhanden, theils die nothwendigen mit Zierrathen beschweret sind, welche sie nicht heben, sondern nur belästigen.

Warum muß die Lerche erst im Bauer seyn? Warum muß ihr Damon zum Vergnügen die Thüre

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Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen. M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch, Leipzig 1769, Seite 309. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gellert_Schriften_1_309.jpg&oldid=- (Version vom 1.1.2026)