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ein sehr überflüßiges Beywort. Bald will sie fort; Wohin? Bald bleibt sie hier. Es sollte wohl heißen: Bald will sie auffliegen, bald hält sie sich wieder zurück. Drauf öffnet Damon bald; bald ist geflickt. Die Thür, statt der Thüre, da die folgende Zeile sich mit keinem Vocale anfängt, wie hart! „Da dringt der Schall im Augenblick aus dem gewölbten Saal zurück.“ Da, ist hier prosaisch. Im Augenblick, scheint gereimt zu seyn. Aus dem gewölbten Saal; Ist dieser Saal ein Vorsaal? Vermuthlich. Und warum öffnet Damon die Thüre zum Saale? Die Lerche hätte ja davon fliegen können?
Fünfte Strophe. „Sie läßt sich zwo Minuten stören.“ Aber warum nicht mehr, nicht weniger Minuten? Ist zu arithmetisch bestimmt. „Die Ehrfucht martert ihren Geist.“ Der Geist der Lerche, vielleicht auch das Martern ist sehr poetisch und gezwungen. „Sie meynt die Schwester selbst zu hören.“ Die Schwester; weg damit! Selbst ist überflüßig und nur des Versmaaßes wegen da. „Die ihr der falsche Spiegel weist.“ Der falsche Spiegel, weil er die Einbildung der Lerche betrog, kann poetisch richtig seyn; allein ein falscher Spiegel heißt auch so viel, als ein Spiegel, der den Gegenstand nicht getreu darstellt. „Drauf läßt sie sich mit sich allein betrogen in den Wettstreit ein.“ Drauf ist kurz vorher da gewesen. Betrogen; dieses Participium sieht hier an keinem guten Orte,
Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen. M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch, Leipzig 1769, Seite 314. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gellert_Schriften_1_314.jpg&oldid=- (Version vom 2.1.2026)