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des Helden und Weisen; ist also zweydeutig. Manchem Held ist wider die Grammatik; manchem Helden. Beygesellt, lieber zugesellt; wiewohl auch dieses Wort noch nicht das bequemste ist. Die ganze Betrachtung ist zwar die Hauptmoral; aber durch eine gute Wendung wollte man sie doch nur im Vorbeygehen anbringen; und dafür sollte sie natürlicher und nicht so spitzfindig gesagt seyn.

Dieses sind also die Fehler in Absicht auf die Kürze, die Deutlichkeit der Erzählung, und die nöthige Wahl der Sprache. Und wo sind denn nun die Eigenschaften der dritten Tugend der Erzählung, nämlich der Anmuth?

Ich hätte noch viel mehr sagen können, wenn ich strenger hätte critisiren wollen. Indessen wird dieses hinlänglich seyn, den Geschmack und die Beurtheilungskraft der Anfänger zu schärfen, und diejenigen Leser, welche meine Fabeln in den Belustigungen immer noch für gut, und mich für eigensinnig gehalten haben, weil ich sie nicht habe herausgeben wollen, zu belehren, daß sie zu flüchtig, und darum zu günstig von diesen Arbeiten geurtheilet. Dieses gilt auch von den folgenden beiden Fabeln. Sie können mit ihren Anmerkungen ein Beweis seyn, daß ich sie, aus Hochachtung für das Publicum und den Geschmack, nicht habe sammeln wollen. Sie waren mir zu der Zeit, da ich sie schrieb, leicht zu vergeben; und es ist ein weit größerer Fehler, daß ich sie damals habe drucken lassen, als daß ich sie nicht besser gemacht habe.



Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen. M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch, Leipzig 1769, Seite 318. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gellert_Schriften_1_318.jpg&oldid=- (Version vom 2.1.2026)