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Chemnitz war vor hundert Jahren
Ein der Kunst noch fremdes Land,
Bänkelsängerbilder waren
Fast die Kunstwerk´, die man fand.
Doch, es sollte noch besser kommen,
Schickt´ doch alle Jahr einmal
Chemnitzern zu Nutz und Frommen
Kunst-Verein ´ne Bilderzahl.
Doch nunmehr siedelten sich an
Die braven Künstlerseelen.
Vom Maler bis zum Leinwandmann
That Keiner zwischen fehlen.
Auch Kunstmäcene gab´s genung,
Es brachte manche Kunst in Schwung
:,: Graph, Kalli-Photo-Litho. :,:
Wie Pilze schoss nun aus dem Land
Die Kunst der Architecten,
Die bald der Bildner Meisterhand
Mit Thon und Gyps dedeckten.
Die Maler waren auch zur Stell´,
Sie färbten alle Wände schnell
:,: Mit Deck- und andern Farben. :,:
Und nun ward gegründet
Sogleich ein Verein
In dem sehr bald findet
Die Kunst ihr Gedeih´n
Wie soll er denn heissen?
Kunst-Lampe etwa?
Man nannt´ ihn Kunst-Hütte,
Bis die Halle steht da! Ach ja!
Juvivallera etc.
In einem Zimmer zur Stadt Wien
Trat der Verein in´s Leben,
Doch von Stadt Wien ging´s nach Berlin,
Wo´s grössern Raum that geben.
Bald war auch dieser viel zu klein.
Man bracht ´ne Austellung hinein;
Die Ausstellung, die Ausstellung
Von ein´gen Quadratellen.
Denn als man sich trat auf die Zehen,
Dazu war die Aussicht so schmal,
So dass man fast Nichts konnte sehen,
Da hiess es: das ist ja ´ne Qual,
Wir brauchen ein gröss´res Local.
A. G–.: Die Geschichte von der Kunsthütte. , Chemnitz 1910, Seite 1. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_von_der_Kunsth%C3%BCtte.pdf/1&oldid=- (Version vom 3.3.2026)