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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zehnter Band | |
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Zeit als Wunden und Narben davon getragen hat, eine so prächtige Mannichfaltigkeit und Verworrenheit darbietet, als wenig Gegenden der Erde. Ueberall hin sind Wege gebahnt und jeder Schritt bringt Abwechselung oder Ueberraschung. An rauschenden Bächen hin, über frische, grüne Wiesengründchen, bei einsamen Hütten und Mühlen vorüber, in Felsschluchten hinauf oder hinab, wandelt man und sieht rechts und links schauerliche Thäler sich öffnen, in welche von steiler Felswand kleine Bäche in Caskaden herabstürzen. Was die Natur in der Schweiz auf einem Raume von einigen hundert Quadratmeilen im colossalsten Verhältniß ausgeführt hat, ist hier, freilich in kleinerm Maßstabe, auf der Strecke von wenigen Stunden zusammengedrängt. Das Vergnügen verliert durch das kleinere Maß nichts an seiner Stärke; und am Ende gäbe es ja auch für die Alpenwelt einen Standpunkt, wo sie dem Auge winzig und klein erscheinen müßte. Wenn der Gedanke auf zu den Sternen fliegt und der Geist von da herabschaut auf die kleine Erde, hören dann nicht alle Unterschiede zwischen Groß und Klein, Hoch und Niedrig auf derselben auf? ist dann nicht Alles ausgeglichen und geebnet?
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam, Philadelphia 1843, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_10._Band_1843.djvu/100&oldid=- (Version vom 9.12.2025)