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Blätter und Blumen: ich machte nicht einmal den Versuch, die hinschmachtenden Kinder des Frühlings zu retten, und setzte mich mit wässerndem Munde in der lachenden Gesellen Kreis. Es wäre wohl Andern auch so ergangen; denn in wem spricht der reine, himmlische Ton des Gefühls, den der Schöpfer ursprünglich in jedes Menschenherz gelegt hat, am wenigsten an? Gewiß in dem Hungrigen.

Scherz und Lust würzten unser einfaches Mahl und eine halbe Flasche Meißner, die zur rechten Stunde aus dem Schnappsack des Klugen hervorkroch, reichte hin, um alle Lieben in der Heimath hoch leben zu lassen. Der letzte Becher galt dem Vaterlande, über welches damals die Hoffnungssonne so blutroth glühete, als die Abendsonne, die eben am Firmament hinunter stieg. Von der Heerstraße herauf glitzerten französische Gewehre; – Herr, gib der Befreiung Flügel! rief ich, und Amen! riefen die Andern.

Und nun ging’s mit erhobenem Herzen und heiterm Muth auf den höchsten Felsvorsprung nach West, um eine Scene zu schauen, voll unvergeßlicher Hoheit und Pracht. – Wir sahen die Sonne von dem Vaterlande Abschied nehmen. Wie herrlich war die Bühne, von der wir den Auftritt betrachteten! Der Strom zu unsern Füßen schien der scheidenden Königin des Tags nachzuziehn, welche seine stolzen, mit Berg und Fels und Wald geschmückten, Ufer und seine Wogen mit Rosen und Purpur bestreute und mit ihren Strahlen übergoldete. Noch stand sie über dem Firmamente: über ihr zitterte ein leichter Wolkenvorhang, weißschimmernd, von dem sich dann und wann Flocken lösten und von ihm wegzogen, wie eine Heerde Lämmer. Sie färbten sich, während sie entflohen. Alle Masten und Segel auf dem Flusse, alle Fruchtfelder, alle Bäume und Berg- und Thurmspitzen schimmerten geröthet und gehoben. Wir standen und genossen, bis die wohlthätige Tagesgöttin in die Fluthen hinab sank und die Herrlichkeit der Entschlummernden des Auge blendete: – dann wendeten wir uns auf die entgegengesetzte Seite nach Ost, wo schon dunkle Schatten heraufzogen. Auch der Anblick war schön. Man übersah das Elbethal bis hinan an die Marken Böhmens. Links, (alle nachgenannten Punkte sind auf unserm Bildchen kenntlich), dicht am Strome, kauerten die Ortschaften Prossen und Windischfähre, ein Nebelstreifen bezeichnete den Eingang in den tiefen Grund, rechts lag Krippen mit seinem Fährhaus; dann weiter hinab, links, auf einer Landzunge, das Städtchen Schandau so traulich; dahinter der Eingang in den romantischen Kirnitschgrund; noch weiter hinab die Steinbrüche von Schmilka und Hirnitschkretschen; gegenüber Porschdorf mit seinen hohen Felsenmauern. Der Falkenberg prangte hellerleuchtet; rechts von demselben der Falkenstein, die Schrammsteine, die Winterberge; in noch größerer Ferne reckten die Lausche und die Schneekoppe ihre Häupter empor, und das Gebirge von Töplitz machte den Hintergrund des Gemäldes.

Schnell brach die Dämmerung herein; doch währte es nicht lange, so trat der Vollmond hinter dem großen Winterberge hervor und warf ein neues, silbernes Licht auf die Gegend. Wir Alle standen staunend und in den