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der Häuser ist etwa 4000, in welchen 42,000 Menschen wohnen. Als Departementshauptstadt ist es der Sitz vieler Civil- und Militärbehörden, und da zugleich Handel und Industrie von ganz Nieder-Languedok hier ihren Mittelpunkt haben, so erscheint es äußerst belebt und volkreich.

Montpellier’s Luft steht seit langer Zeit in dem Ruf, den Faden des Lebens länger auszuspinnen, und Tausende und aber Tausende, die dem Grabe zueilen, werfen hier ihren letzten Hoffnungsanker aus. Aus allen Ländern Europa’s, besonders aus England, flüchten reiche Kranke hierher und suchen Schutz vor der Hand, der kein Sterblicher entrinnt. Dadurch tritt die Stadt in die Reihe der berühmtesten Kurorte, obschon sie keine heilende Quelle hat. Viele der Fremden, welche nach Montpellier kommen, verweilen daselbst mehre Jahre, und die Briten bilden eine eigene Invalidencolonie, welche sich immer wieder ergänzt, wenn auch der Tod sie lichtet, oder die Genesenen in die Heimath ziehen. Diese Menge von gebildeten Fremden, welche, ernsten Berufs ledig, darauf angewiesen sind, in der Geselligkeit Unterhaltung und Freuden zu suchen, macht die Gesellschaft gut und angenehm, und hat Einseitigkeit und Steifheit aus dem Umgang verbannt. Die schönsten Häuser in der Stadt und die anmuthigsten Villen der nächsten Umgebung sind zum Empfange der Fremden auf das bequemste eingerichtet, und ihre Besitzer beeifern sich, den gerngesehenen Gästen, welche Jahr aus Jahr ein goldene Aerndten bringen, den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Besonders sind es nervenleidende und hektische Personen, welche hier Genesung suchen. In neuerer Zeit kommen auch eine Menge vornehmer Frauen dorthin, zumal aus Rußland, um – ihre Niederkunft abzuwarten: eine freilich weit getriebene Vorsicht. Wegen des Zusammenflusses der vielen begüterten und vornehmen Kranken sind die Aeskulapsjünger zahlreich. Mehre der berühmtesten Aerzte Frankreichs haben in Montpellier Wohnsitze, und ein medizinischer Verein offenbart sein wissenschaftliches Streben durch die Herausgabe der Annales de Medicine, welche auch im Auslande in Ansehen stehen.

Der Ruf Montpelliers, als Heilort, ist demungeachtet weit größer, als sein Verdienst. Klima und Luft sind wirklich lange nicht so mild, als Aerzte und Mode es verkünden. Die Stadt liegt hoch, die Luft ist trocken, fein und scharf, und namentlich Brustkranken aus niedrigen Gegenden wird sie sehr lästig, und beschleunigt öfters Das, was sie fern halten soll. Eine Menge trauriger Erfahrungen bestätigen diese Thatsache in jedem Jahre, so daß es scheint, als consignirten die Aerzte des Auslandes viele ihrer Kranken hierher, nicht um sie genesen, sondern nur, um sie begraben zu lassen. Zeugniß geben die meisten Gärten und Anlagen um Montpellier durch die Denksteine der fern von der Heimath Verstorbenen; denn es ist Sitte, ihnen eine Ruhestätte da zu gönnen, wo sie die letzte Pflege fanden. Die für die Kranken zuträglichste Jahreszeit, und ohne Zweifel auch