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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zehnter Band | |
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Fremde sehr ab, und da Alles sich mit dem Handel und den Gewerben beschäftigt, oder mit denselben in Beziehung tritt, so ist auch die Unterhaltung ihnen fast ausschließlich gewidmet. Der Rotterdamer ist häuslicher, als der Amsterdamer, und die Sucht, mit dem erworbenen Reichthum zu glänzen, hat im Ganzen hier noch wenige Jünger gefunden.
Eine zahlreiche Colonie hier ansässiger Briten, meist Handelsleute, bildet eine Gemeinde für sich. Sie hat mehre Kirchen inne, in denen englische Prediger administriren, und ihre Glieder bewegen sich in abgeschlossenen, wenig zugänglichen Kreisen. –
Schöner mag kein Fürst in Deutschland wohnen, als der Herzog von Nassau in seinem Biberich. Malerisch liegt’s, von der Pforte des Rheingaus nicht fern, an dem beschatteten Ufer des hier 2000 Fuß breiten Stroms, und beherrscht die Aussicht auf die schönste, imposanteste Landschaft. Rechts sieht man Mainz mit seinen Thürmen und kühnen, weitreichenden Befestigungen vor sich liegen; auf der linken Seite verliert sich das Auge über den Rhein, die Bollwerke von Kassel und tiefer über die Anhöhe von Hochheim. Den Strom hinab öffnet sich der Eingang in den paradiesischen Rheingau, den das Städtchen Eltville mit seinem alten Thurme zu bewachen scheint. Vor dir schwimmen liebliche, stille Auen, von plätschernden Wogen umspült, und tief gebettet liegt das trauliche Schierstein, bequem für Wiesbaden und Mainz, die an Sonn- und Feiertagen ihre Bevölkerung auf Landpartien dahin aussenden. Noch weiter unten, auf einem Vorsprung gegen den Rhein, grüßt das helle, freundliche Walluf, von wo ein Fußpfad durch ein liebliches Thal nach dem nahen Schlangenbade führt. Rechts von Walluf, wo der eigentliche Rheingau anfängt, birgt sich das Rauenthal hinter Hainen von Obstbäumen und einem Hügel, von dem man die ganze weite, lachende, mit Städtchen und Flecken übersäete Gegend von Kostheim bis zum Niederwalde übersieht. Oft begegnet der Wanderer da
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam, Philadelphia 1843, Seite 127. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_10._Band_1843.djvu/137&oldid=- (Version vom 15.12.2025)