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haben kann, da die gleichartigen Erscheinungen nicht groß genug sind, um einen Maßstab zu geben; daher die Anhäufung von Geschick, Erfahrung und von Talenten, welche, in ihrer Vereinigung, eine industrielle Uebermacht gebildet haben, gegen welche, bei freier Conkurrenz, in der ganzen übrigen Welt nichts mehr Widerstand leisten kann. Der britische Staat selbst ist seiner Industrie gehorsam. Um ihrer Interessen willen macht er Eroberungen in allen Zonen, hat er China bezwungen, bedeckt er die Küsten Asiens und Australiens mit Colonien und schützt sie durch Flotten und Armeen; macht er Völker und Könige ferner Erdtheile zu Unterthanen; unterhält er seine Häfen, seine Festungen, seine Arsenale und Docks an den Küsten Europa’s; liefert er Schlachten, stützt er Reiche, oder läßt sie fallen; leitet er die Fäden der Diplomatie; intervenirt er in der Politik aller Länder und gibt oft mit sicherer Hand den Ausschlag in den wichtigsten Conjunkturen des internationalen Verkehrs, indem er fremden Regierungen die Geldmittel gewährt, oder verweigert, deren sie zur Ausführung ihrer Plane bedürfen.


Erst kürzlich (im IX. Bd. S. 133) ging eine der großartigsten Erscheinungen an uns vorüber, welche sich aus der britischen Industrie entwickelten. Wir haben Manchester betrachtet, den Sitz der englischen Baumwollenmanufaktur. Sheffield ist der Pendant: Sheffield, „die Messer- und Scheerenstadt.

Sie, die sich jetzt über ein Thal und 2 Berge hinstreckt, Sheffield, das über 1 engl. Geviertmeile Flächenraum bedeckt und, größer als Hamburg, 145,000 Einwohner zählt, war, ehe die Industrie einkehrte, ein elender Flecken, der im 17ten Jahrh. kaum 2000 Einwohner hatte. Er war berüchtigt durch seine Bettler, die das Land weit und breit brandschatzten. Um 1580 zog ein fremder Mann dahin und fertigte – Maultrommeln. Dies war der erste, unscheinbare Keim jener ungeheuern Fabrikation von Eisen- und Stahlwaaren, durch welche Sheffield sich allmählich die ganze Erde zinsbar gemacht hat. Im Jahre 1586 sing das Messer- und Scheerenmachen an, und man trieb 1624 das Geschäft so stark, daß die Verfertiger in eine Innung zusammen traten. Sie lieferten Taschenmesser mit Griffen aus Eisen, aus Horn und Schildplatt. 1628 ward das erste Rasirmesser in Sheffield gemacht; 1658 die erste Feile. 1680 waren schon über 90 Meister, Messermacher, Feilenhauer u. s. w. da. Sie bezogen ihren Stahl aus Westphalen, von Schmalkalden und Suhl unter dem Namen German Steel, bis 1665 ein deutscher Stahlmacher nach Rotherham zog, und zuerst hier, dann in Sheffield selbst, den ersten Stahlhammer etablirte. Der Name German Steel blieb für allen auf deutsche Weise gefertigten Cementstahl bis auf den heutigen Tag, obschon Sheffield seit langer Zeit kein Pfund deutschen Stahl mehr bezieht. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Fabrikation von Sensen und Sicheln aus Steiermark eingeschleppt, und sie kam bald in große Aufnahme. Die erste größere Waffenfabrik entstand 1720.