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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Elfter Band | |
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Und bis auf den heutigen Tag, nach so vielen Jahrhunderten, erhalten am grünen Donnerstage alljährlich alle erwachsenen Personen in den zum Schloß Boyneburg gehörenden Dörfern eine Spende an Brod und Speck, nachdem der Pfarrer zu Datterode (der die Einkünfte der ehemaligen Schloßkaplanei genießt) Gottesdienst gehalten und der gottergebenen Stifterin gedacht hat.
Ehe ich die Feder niederlege, lege ich, ein Bürger von Geburt und Gesinnung, die Hand des Freundes in die meiner lieben Boyneburge und fasse sie mit aufrichtiger Achtung und Liebe. Immer wird mir die Zeit theuer bleiben, wo ich ihrem Kreise angehörte, einem Kreise schöner, offener Herzen, in denen es keine verborgene Falte für mich gab. Fünf und zwanzig Mal brachte seitdem der Frühling Leben und Freude in die Natur, schüttelte der Sommer seine Schätze in ihren Schoos, sah ich des Herbstes Reichthum und des Winters schützende Schlummerdecke: aber mitten in den Wechseln und Kämpfen, die andere Verhältnisse um mich formten und fast in jedem Lustrum mich mit neuer Wandlung umgaben, blieben meine Gefühle für jene edlen Menschen unwandelbar. Unverwischt stehen die Bilder der Lebenden auf der Tafel des Herzens und mein liebender Gedanke umfaßt die Schatten der Geschiedenen.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Elfter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam, Philadelphia 1844, Seite 92. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_11._Band_1844.djvu/100&oldid=- (Version vom 24.1.2026)