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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Elfter Band | |
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sie herausziehen. Ich habe hier sechsjährige Mädchen bei ihren kindischen Spielen schon in der Koketterie debütiren und nach dem Beifall der Umherstehenden haschen sehen, als spielten sie bei Franconi.
Wir haben uns lange aufgehalten; – jetzt sinkt hinter den elysäischen Feldern die Sonne unter: auch hier herrlich! denn die Königin der Erde geht in ruhiger Majestät vorüber, unbekümmert, was sie mit ihren Blicken begegnet, Paradiese, Schlachtfelder, oder den Spielplatz der Pariser Kinder; sie lächelt nicht minder, sie zürnet nicht mehr. – Es wird getrommelt und die große Wache des Gartens tritt heraus. Sie ladet scharf, mit Geräusch und Gepränge, damit ein Jedes erfahre, daß am Thronhimmel der Mond nicht der alleinige Wächter sey. Dann sondern sich etwa zwanzig Mann ab und stellen sich zehn Schritte aus einander, eine Linie durch die ganze Breite des Gartens ziehend. Darauf schreiten sie mit kleinen und langsamen Schritten vor, das Volk vor sich hertreibend. Zurück darf Niemand und so wird in wenigen Minuten der Garten ausgekehrt. Dann werden die Thore geschlossen und Todesstille herrscht um den Palast. Wehe dem Betrunkenen, dem Unachtsamen, oder Unwissenden, der in der Nähe der Tuilerien der fernzurufenden Schildwache nicht sogleich antwortet. Dieses Versäumen hat schon Menschenleben gekostet; meist ganz unschuldiges Leben. Unselige Herrschaft, die, von einer halben Million Bajonette gestützt und in der Hauptstadt selbst von Mauern und Forts geschützt, doch vor jeder Wolke, jedem Lüftchen zittert, ein geängstetes Leben führt. Wie besser die andere, welche, gleich der Eiche, in dem Herzen des Volks wurzelt, von der Sonne geboren, vom Himmel selbst befruchtet, keine Axt zu fürchten hat und gewachsen ist allen Stürmen.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Elfter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam, Philadelphia 1844, Seite 127. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_11._Band_1844.djvu/135&oldid=- (Version vom 29.1.2026)