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und Behäbigkeit einer englischen Stadt. Man sieht viel Lumpenvolk in den Straßen, viel müßiggehende Leute und glänzende Uniformen in Menge. Selbst die Spaziergänge, die Gärten, Zäune, Wege, Rasenplätze haben das schmucke, geputzte Ansehen nicht, was ihnen in der Nähe britischer Großstädte die sorgfältigste Pflege gibt. Aber die Natur ist schön. Die Bay, die fernen Berge von Wicklow, das Vorgebirge von Howith, das Meer machen mit den amphitheatralischen Häusermassen, den Quais und dem Hafen voller Wimpeln und Flaggen ein großartiges Landschaftsbild.

Auf die Sehenswürdigkeiten Dublins werfen wir nur einen flüchtigen Blick. Das Schloß des Vicekönigs ist sehr groß, ein Gemengsel von Irisch-Altem und Italienisch-Neuem. Die ältesten Theile der Gebäude datiren noch aus dem zwölften Jahrhundert. Imposant ist die Gebäudegruppe vom innern Hof aus betrachtet, schön die Kapelle mit alter Glasmalerei. Die Universität macht durch ihre Masse Effekt; höhere Ansprüche haben auch der Justizpalast und das Zollhaus nicht. Das Theater ist ein recht hübsches Haus; die vornehme Gesellschaft besucht es jedoch nur selten. Von großer Wirkung sind die Säulenfronte der irischen Bank und der Portikus der Post. Im Phönix-Park, dem Prater Dublins, hat der Vicekonig einen reizenden Sommerpalast, und Wellington und Nelson haben Standbilder und Ehrensäulen da. Dies ist in der Ordnung. Aber mit Unwillen liest man an dem Fußgestell eines hohen Obelisks die Inschrift: To commemorate the visit to Ireland of our most gracious Sovereign King George IV. Als ob Irelands Boden durch den Fußtritt seines Königs geehrt werden könnte!

Es wäre nicht recht, nachdem wir dem königlichen Visiten-Obelisken einer Betrachtung gewürdigt haben, nicht auch dahin einen Blick zu werfen, wo ein irischer Monarch mit ungesalbtem Haupte Gesetze gibt und Huldigungen empfängt: – ich meine in das Lokal der Repeal-Assoziation. Es ist ein Raum in der Kornbörse, ähnlicher einem Magazine, als einem Saale. In der Mitte desselben steht eine breterne, schlechte Tafel, an dem einen Ende derselben ein Schemel ohne Lehne; hinter diesem ist eine Latte aufgerichtet mit einer kleinen, grünen Fahne, worauf das Wort: Repeal zu lesen ist. Das ist der Thron O’Connels. – Zur Seite der Tafel stehen Bänke, aus rohen Bretern zusammengenagelt, für das Auditorium. Als weitere Dekoration dieses merkwürdigen Thronsaals hängt, rechts vom Sessel, ein großes, weißes Tuch von der Wand herab, mit der Inschrift: „Laßt kein Land, stark genug, eine Nation zu seyn, eine Provinz bleiben,“ – und gegenüber in einem grünen Laubkranze: „Das Volk, das nicht wünscht, sein eigener Gesetzgeber zu seyn, verdient Sklaverei;“ – endlich an der Wand eine grüne Fahne mit der goldnen Legende: „Wer ein Verbrechen begeht, stärkt den Feind seines Landes. Daniel O’Connel.“ Die ganze Ausstattung des Raums hat keine 10 Pfund Sterling gekostet, – so wenig bedarf die Herrschaft des Mannes des äußern Glanzes.