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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Elfter Band | |
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wohlfeiler, und so ein Herr kann für jährliche 50 Guineen nicht blos Board und Lodging in anständigen Kreisen finden, sondern auch noch den freien Gebrauch eines Ponny und freie Jagd. –
Nicht weit von dem Knoten des Gebirgs, aus welchem der riesige Snowdon sein Haupt majestätisch in die Wolken hebt, stürzt der Monach, ein reißender Bergstrom, durch ein tiefes, wildes, 2 Stunden langes Felsthal, dessen Stufen sich in schroffen Wänden über einander erheben, dem Küstenplateau zu, von welchem er sich, bei dem Städtchen Awerythwith, in das Meer ergießt. Dieses Thal ist mit den großartigsten Szenerien ausgestattet und es verbindet mit der üppigsten Waldvegetation die erhabensten Ansichten. Der Fluß, welcher es durchtobt, bildet, aus dem hohen Gebirge kommend, in einem 5/4 stündigen Laufe mehr als 20 Wasserfälle, die, wenn sie auch den berühmteren der Schweiz an Höhe des Sturzes und an Wassermasse nachstehen, nichts desto weniger in ihrer Umgebung einen eben so tiefen Eindruck hervorbringen, als jene größere Naturschauspiele neben den viel kolossaleren Bergbildern der Alpen. Die Wasserfälle des Monach haben sich an mehren Stellen kleine Seen aus dem Fels gehöhlt, deren krystallklare, grünlich-schimmernde Fluthen zwar wenig Umfang, aber desto mehr Tiefe haben, und in welchen sich die Schatten der Felswände und alter Buchen und Eichen wiederspiegeln. Auf einigen Punkten zieht sich das Thal zur engen Schlucht zusammen, an deren Wand der Fuß des Menschen kaum einen Halt zum Weiterschreiten findet.
Eine solche Stelle hält uns das meisterhafte Bild vor, welches diese Beschreibung begleitet. Der brausende Strom wühlt sich durch eine mehre hundert Fuß tiefe Bergspalte, deren oberste Ränder der kühn gesprengte Bogen einer Brücke zusammen knüpft. – Uralt ist dieser Bau, und die Volkssage schreibt ihn keiner geringern Person als dem Satan selbst zu. Gewiß mit größerem Rechte als dem Vater des Bösen gehört aber das Verdienst, dieses Werk des öffentlichen Nutzens gegründet zu haben, den Mönchen der Abtei Ystradflur, die schon im 7ten Jahrhundert diese Wildniß anbauten.
Unter der Teufelsbrücke geht ein enger Gang tief in den Berg. Er war einst berüchtigt als der Schlupfwinkel von Räubern, die mit ihren Gräuelthaten ganz Wales in Schrecken setzten. Später schlugen Falschmünzer ihre Werkstätte in derselben auf. Jetzt größtentheils verfallen, dient die Höhle den Hirten der Gegend als gelegentlicher Zufluchtsort bei Wetter und Stürmen. –
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Elfter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam, Philadelphia 1844, Seite 156. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_11._Band_1844.djvu/164&oldid=- (Version vom 28.2.2026)