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auf lange Jahre tiefe Wunden schlugen, und von hier aus geschehen die Ausrüstungen, welche von Jahrzehnt zu Jahrzehnt das Weltreich der Briten erweitern.

Die Kriegsmarine Großbritanniens besteht gegenwärtig aus 380 größern Segelschiffen. Davon sind 90 Linienschiffe und etwa 120 Fregatten, meistens von großem Kaliber. Hierzu kommt die im Entstehen begriffene Dampfflotte von etwa 80 zum Theil eisernen Fahrzeugen, unter denen sich 15 Fregatten befinden. Die ganze Kriegsflotte erfordert eine Bemannung von 32,000 Matrosen. Ueber 200 Schiffe sind fortwährend beschäftigt, die Beziehungen zwischen den auf allen Meeren zerstreuten Kolonien und dem Mutterlande zu unterhalten und die auswärtige Politik des Weltreichs zu unterstützen; die übrigen werden in den Kriegshäfen zur Armirung bereit gehalten oder liegen zur Ausbesserung auf den Werften. Portsmouth ist für die zur Ausrüstung parat gehaltenen Schiffe die Hauptstation: – gewöhnlich liegen 30 Dreidecker und eine entsprechende Anzahl Fregatten und Corvetten abgetakelt, entmastet und mit leichten Holzschuppen überdeckt in den trockenen Docks, und man erstaunt, zu hören, daß alle diese leblosen Riesenleiber binnen acht Tagen, vollständig bemannt und ausgerüstet, in See stechen können, wenn es gälte, daß britische Anrecht auf die Oberherrlichkeit der Meere gegen fremden Angriff zu vertheidigen. In der That haben, seit der großen Epoche der britischen Triumphe, nur erst drei der früheren Seemächte es wieder gewagt, an die Reparation ihrer Verluste zu denken und sich als Nebenbuhler der Briten zu giriren. Frankreich, die Vereinigten Staaten und Rußland haben in den letzten Jahrzehnten der Vergrößerung ihrer Seemacht ungeheuere Opfer gebracht; aber nur im Fall einer engen Allianz dieser drei Staaten, die mindestens unwahrscheinlich ist, würden sie eine Chance haben, ihre Marinen mit Erfolg gegen die englische zu führen. Es ist nicht das numerische Verhältniß allein, das hier entscheidet; es ist die moralische Kraft, die im Seekampf öfter noch als in der Landschlacht den Ausschlag gibt, und Niemand wird in dieser Beziehung den sieggewohnten Söhnen Albions den Vorzug abstreiten mögen. England ist und wird folglich wohl noch lange die erste, dominirende Seemacht der Erde bilden. Seine Einrichtungen, seine Neigungen, seine Erziehung, sein Geschmack, seine Bedürfnisse, seine Geschichte, seine Interessen, selbst seine Vorurtheile – Alles ist auf die Mittel gerichtet, sich eine Oberherrschaft zu erhalten, welche die letzten Seekriege außer alle Frage gestellt haben.

Neben den Arsenälen mit ihren bewundernswerthen Anstalten hat Portsmouth nichts Merkwürdiges aufzuweisen. Die Stadt mit ihren 60,000 Einwohnern ist im Frieden ein stiller, geschäftsöder Ort. Erst wenn der Kriegsgott den Dreizack erhebt, tritt hier ein unbeschreibliches Leben auf, jede Straße wird dann zum Bazar und Reichthümer werden vom waglichen Geiste noch leichter erworben als festgehalten.