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ihm der abstrakte Despotismus zuwider ist. Dem spanischen Volke, zumeist aber dem Katalonier, ist Heimath und Gemüth und angestammtes Recht Alles; die Theorie der neuen Gesetzgebung hingegen liegt ihm fern. Was in jenem wurzelt, wird ihm schnell vertraut und werth; solche Verfassungen aber, die diese Grundlage nicht haben, betrachtet er mit Verwunderung und Mißtrauen, sie gehen nie in den gewöhnlichen Bereich seiner Begriffe über. Was er will, ist eine Regierungsform, die sich seinen Gefühlen und Gesinnungen, seinen Sitten und Gewohnheiten, ja selbst seinen Vorurtheilen anpaßt, die in seiner Geschichte wurzelt, also eine solche, in welcher er sich selbst wieder erkennt und Schutz und Sicherheit für seine theuersten Güter findet.

Es ist einleuchtend, daß bei dieser Haltung des Volks, bei dieser Theilnahmlosigkeit der Mehrzahl an den Schwingungen des Zeitgeistes die Kräfte, welche diesen Pendel in Bewegung setzen, nur Partei-, nicht Volkskräfte genannt werden dürfen. Je geringer die Zahl Derer ist, welche in Spanien den Beruf übernehmen, das Staatsgebäude ihren Wünschen gemäß umzugestalten, und je weniger das Volk selbst daran Theil nimmt, desto weiter ist auch das Feld, welches sich für das Spiel und den Kampf der Faktionen öffnet. Deshalb haben wir in Spanien seit einer Reihe von Jahren den traurigen Anblick, daß Parteien um die Herrschaft blutigen Hader treiben, bei dem das Glück des Volks kalt und grausam geopfert wird. Bald mißbrauchend den Namen der Monarchie, bald den der Freiheit, wird Spanien abwechselnd durch die Leidenschaften seiner Fürsten oder Derjenigen gequält, welche Arglist und Glück an die Spitze der Macht führt. Jede Partei macht sich das Mißvergnügen des Volks zu nutze, jede schmeichelt ihm mit der Hoffnung auf einen bessern Herrn, jede theilt Geschenke und Versprechungen aus, um den Despoten des Tags zu stürzen, und gelingt es und setzt sich ein Anderer an seine Stelle, so gibt solcher Erfolg den Unordnungen, Verheerungen und der Qual der bürgerlichen Kriege nur neue Nahrung.

Armes Spanien! Unglückliches Land du, wo ein sittenloses, ränkevolles Weib, mit dem schlauesten und blutdürstigsten Parteihaupte im Bunde, unter der Larve eines verzogenen Kindes jetzt zu Thron sitzt und die Kunst der Tyrannei über ein braves Volk übt! Widerliches Schauspiel, eine Nation, in der Millionen starke Männerherzen schlagen, mißhandelt und betrogen zu sehen von einer Handvoll Menschen, die nicht einmal ein großer Charakterzug ziert! Wie ist es empörend, diese Taschenspieler zu sehen mit ihren Künsten zur Behauptung der Herrschaft, wie sie schmeicheln der Eitelkeit des Einen, erbittern die Eifersucht des Andern, hofiren dem Geize von Diesem, entflammen die Rache von Jenem, reizen die Leidenschaften Aller; wie sie Eigennutz oder Vorurtheile gegen einander stellen, Zwietracht säen und Haß; wie sie versprechen dem Armen die Beute des Reichen, dem Reichen die Unterjochung des Armen; wie sie einem Menschen mit dem andern drohen, einem Stand mit dem andern, einer Provinz mit der andern; wie sie die Bürger durch Mißtrauen vereinzeln, Stärke aus ihrer Schwäche