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lag und der übrige Theil in Flammen stand, – konnte der Marschall Berwick (1714) seinen Einzug halten. Auf den Trümmern eines zerstörten Stadtviertels wurde nachmals die Citadelle Montjui als Zwingburg erbaut, welche in spätern Zeiten so oft dazu diente, den unbändigen Geist der Barcelonesen zu zügeln.

Die Lage dieser berühmten Stadt ist herrlich. Von Norden her durch eine sich in schönen Formen erhebende Gebirgskette geschützt, dehnt sie sich, Front machend gegen das Meer, an der Mündung eines breiten Thals aus, welches die Flüsse Llobregat und Besos bewässern. Hier belohnt die größte Fruchtbarkeit unter einem milden Himmelsstriche hundertfältig jede Mühe der Kultur. Der Hafen ist weit und groß und wird durch einen prächtigen Molo vor den feindlichen Winden geschützt. Doch hat ihn die Regierung leider! und wohl nicht ohne Absicht in den letzten Jahren sehr vernachlässigt und so versanden lassen, daß jetzt nur Schiffe mittlerer Größe, die höchstens 12 Fuß Tiefgang haben, einlaufen können. Größere sind gezwungen, auf der unsichern Rhede vor Anker zu gehen.

Die Bauart Barcelona’s nähert sich auffallend der einer deutschen Stadt des Mittelalters. Die Häuser sind einfach, fest, massiv, hoch; die Straßen meist eng und winklich: nur wenige sind regelmäßig, breit und prachtvoll. Die ausgezeichnetste ist die Rambla, eine Art Boulevard; auch auf der Riera ampla und Riera Conde del Asalto stehen viele Paläste. Die schönste aber und die modernste ist die Ferdinandsstraße, der Sitz der reichsten Kaufleute und Fabrikanten. Von den Kirchen zeichnen sich die Kathedrale und Maria del Mar durch Größe und innern Schmuck, von den öffentlichen Gebäuden durch seine Masse der königliche Palast und durch Styl und Zweck die Börse, das Zollhaus, das Theater, das Rathhaus aus. Vieles ward in dem Bombardement vor 2 Jahren zerstört und beschädigt, indeß eben so schnell wieder hergestellt und jetzt ist kaum eine Spur jener Verwüstung übrig. Aber in den Gemüthern grünt ihr Andenken fort, und Barcelona bleibt der Heerd, auf dem der Brennstoff am höchsten aufgeschichtet ist, der, zur rechten Stunde angezündet, Spanien in Flammen setzen und seine Unterdrücker vernichten wird.

Barcelona ist die reichste Stadt in Spanien, und unter allen Provinzialorten ist in ihr die meiste Intelligenz, der meiste Sinn für Kultur, Kunst und Wissenschaft zu finden. Doch noch viel größere Wichtigkeit hat Barcelona als Mittelpunkt der spanischen Industrie – es ist das Manchester des Südens. 20,000 Webstühle sind in der Stadt gangbar, 10,000 arbeiten für die barceloneser Fabriken auf dem Lande. Engländer und Franzosen haben in neuerer Zeit viele große Etablissements gegründet und neue Gewerbzweige hergepflanzt: so Maschinenfabrikation, Eisengießerei u. s. w., und für die Bearbeitung der seit Jahrhunderten unbenutzt gebliebenen Mineralschätze Kataloniens bestehen jetzt eine Menge Vereine. Auch die Rhederei blüht mächtig auf und beschäftigt schon Tausende. Der Handel, von jeher groß und mehre Welttheile umfassend, wird durch das Emporkommen des Fabrikfleißes