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und Derjenige, welcher sie alle befahren wollte, mindestens 14 Tage dazu verbrauchen würde. 14 Schächte dienen zur Förderung der gewaltigen Steinsalzmassen, welche in der Tiefe gewonnen werden. Sie reichen größtentheils bis zur Sohle des Salzgebirgs nieder; einige tiefer als 100 Lachter. Von den Schächten aus laufen in gewissen Abständen horizontale Hauptgänge (Strecken) fort, die mit einander in Verbindung stehen. Es theilt sich dadurch der ganze Bau in vier Stockwerke ein und jedem sind die in seiner Ebene liegenden Steinsalzmassen zuständig, welche, durch Suchörter aufgefunden, so weit sie bauwürdig erscheinen, d. h. so weit sie aus reinem Salz bestehen, ausgehauen und abgebaut werden. Durch den Abbau selbst entstehen hohle Räume (hier Kammern genannt) von zuweilen sehr großer Ausdehnung, hoch und weit wie die Kirchen. Viele sind zur gelegentlichen Aufnahme des kaiserlichen Hofs, der dieses bewundernswürdige Bergwerk manchmal besucht, in regelmäßige Säle umgewandelt worden, verziert mit Säulen und Statuen und sonstigem architektonischen Schmuck aus Steinsalz, und selbst die Zugänge zu denselben sind oft reich dekorirt. Manche stellen Triumphpforten, manche die Thore von Festungen vor, und schlanke Obelisken ragen da und dort mit ihren Spitzen zu den Decken auf, welche, überzogen mit großen Salzkrystallen, beim Lampen- oder Fackelschein wie Edelgesteine in allen Farben strahlen. – Die Salzstöcke selbst sind von verschiedenen Qualitäten. Die obern, dem ersten Etagenbau zugehörend, bestehen aus sogenanntem Grünsalz; tiefer liegen die Stöcke des Spizasalzes, noch tiefer eine großblätterige, sehr geschätzte Gattung, Szibik genannt. Alles Salz ist sehr fest und darum bedürfen die ausgehauenen Weitungen keiner Verzimmerung. Die Wasser gehen größtentheils auf Stollen ab und nur aus den tiefsten Punkten werden sie durch mechanische Kraft auf die Stollensohle gehoben. Uebrigens ist der Andrang der Wasser nicht groß; vielmehr ist Trockenheit hier, wie auf vielen andern Salzwerken, bemerklich. Die Grubenbaue reichen bis zu 280 Fuß Tiefe unter dem Meere. Alle Berge rund um Wielitzka bestehen aus jüngern Sandflötzen, dem sogenannten Karpathensandstein. Dieser gehört zur Gruppe des karpathischen Jura. In den Thonlagern, oft mit dem Salz selbst untermengt, kommen Braunkohlen, und letztere an manchen Stellen wohl zwei Fuß mächtig, vor. Sie werden indeß bei der Menge und Wohlfeilheit des Holzes um Wielitzka nicht benutzt.

Die Besichtigung der Werke ist Jedermann gestattet. Es bedarf dazu blos der Anmeldung bei dem Inspektor, und gewöhnlich wird einer der Offizianten selbst beauftragt, die Fremden zu begleiten, um ihren Zweck zu erleichtern. – Im Ankleidezimmer eines der Schachthäuser wird die ganze Gesellschaft mit reinlichen, weißen Bergkitteln versehen, und den Fremden ist die Wahl freigestellt, ob sie auf Treppen, die von den Schächten niederführen, hinabsteigen, oder, schneller und nicht weniger sicher, mittelst des Taues eingelassen seyn wollen. Die Treppe hat viele Absätze und Ruhepunkte und ist selbst für Damen bequem. Dennoch wählt die Mehrzahl die hurtigere Seilfahrt.