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Wie war es aber im Innern beschaffen, wenn man die gleißnerische Decke aufhob? Das wollen wir jetzt betrachten. Der Stoff ist nicht übel für ein Genrebildchen besonderer Art. – Nun, wir wollen’s versuchen und mindestens soll man in unserer Schilderung die Wahrheit nicht vermissen. –


Es ist in den Büchern der Geschichte wie auf den Landkarten der Gegenwart kein Mangel an Namen, welche uns unmittelbar vor ein Verbrechen führen, das von Fürsten und Regierungen geheim oder öffentlich begangen worden ist. Diese Namen selbst sind die Schandsäulen für Missethaten wie für die Missethäter: die Geschichte bewahrt sie ewig in ihrem schwarzen Buche und zeigt die wahre Gestalt derselben unwandelbar allen Zeiten und allen Völkern, die ihr die Thore öffnen; und die Gegenwart wird sie so lange laut beim rechten Namen rufen und in all ihrer Häßlichkeit und Niedrigkeit hervorreißen an das Licht des Tags, vor die Augen des Volks, auf den Markt der richtenden Oeffentlichkeit, bis die Hand des Rechts über sie den Stab bricht, oder der Fußtritt des allgemeinen Abscheus sie niederwirft, oder sie zusammensinken und verenden in ihrer eigenen Nichtswürdigkeit.

Vor eine solche Schandsäule führt uns unser Stahlstich. Als hätte der Gedanke seinen Unmuth über das Bild walten lassen, so trüb und finster blickt es uns an. Und dieser Gedanke hatte Recht. Trüb und finster wird der Blick des Ehrenmannes, der in diesen Winkel des schmutzigsten fürstlichen Erwerbs blickt. Ja, ein mit dem Panzer der Unverletzlichkeit angethaner deutscher Souverain ist es, der hier Gold einschachert um Glück und Ehre von Tausenden! Ein Mitglied des deutschen Fürstenbundes ist hier Schutzherr und Eigenthümer einer Anstalt, in welcher Verbrecher gebildet und von Verbrechern um Hab und Gut und Menschenwürde betrogen werden. Das ist geschehen und geschieht noch im Jahre Ein tausend acht hundert acht und vierzig zu Homburg vor der Höhe durch des Landgrafen von Hessen-Homburg Durchlaucht, des Verpächters der dortigen Spielbank an die Gebrüder Leblanc, die Obersten in dieser Hölle! –

Das Hazardspiel, Tochter der niedrigsten Leidenschaft und eine fruchtbare Mutter von Verbrechen, hat gerade in dem gebildeten, fleißigen und ehrlichen Deutschland seine eifrigsten Pfleger und Beförderer. Neben den zwanzig großen, sorgfältiger als das segenvollste ehrliche Gewerbe geschützten Spielhöllen in den Bädern pflegen die deutschen Fürsten und Regierungen zahlreiche Klassenlotterien. Wie jene in der Regel die Chatoullen der Reichen fegen, beuten diese eben so betrügerisch den Geldsack des Mittelstandes aus. Vollständig aber wird die teuflische Trias durch jene schwarze Täfelchen mit den fünf Nummern des Lotto, welches, wiederum im Dienste von deutschen Fürsten und Regierungen, die schweißigen Spar- und Noth- und Brodpfennige aus den Lederbeutelchen des Bauers, des Handwerkers, des Taglöhners maust.