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denn sein Ruhm umspannt Welt und Zeit: es ist indeß ein Schmuck der Stadt und als Mittelpunkt reizender Anlagen ein Ziel Aller, die Genf besuchen.

In der Mitte der Stadt theilt die Rhone ihre Gewässer und umrauscht ein Eiland, das in einem lieblichen Garten ausgelegt ist. Inmitten desselben, umgeben von Blumenbeeten und aus einem Rosenhain ragend, steht auf einem Pievestal von Marmor das kolossale Bronzebild des Weltweisen, gefertigt von Cresatier, demselben Künstler, welcher die Napoleonsstatue auf der Vendomesäule gemacht hat. Sinnig, mit dem Ausdruck schwärmerischer Gutmüthigkeit, das Lächeln der Wehmuth auf den Lippen, schaut die Gestalt vor sich hin: sie scheint im Buch, der Zukunft von den blutigen Kämpfen zu lesen, durch welche seine Ideen sich aufringen müssen zur Herrschaft über die König, und Völker. – Seit dem Jahre 1762, als man in Genf Rousseau’s unsterbliche Werke, Contract Social und Emile, durch Henkers Hand aus dem Markte verbrannt hat, dauern diese Kämpfe unablässig fort bis auf den heutigen Tag. Das Jahrhundert wird Rousseau’s Ideen noch nach vielen Siegen zu bekränzen haben, und ehe es schließt, haben sie ihren Triumphzug um die Erde gehalten! Das ist mein Glaube.


Genf, die Stadt, rechtfertigt die glänzenden Erwartungen nicht, welche die meisten Reisenden mitbringen. Man denkt sich Genf, als eine Stadt des Reichthums und den Sitz der Bildung und Gelehrsamkeit, angethan mit dem Gewand der Pracht und Schönheit, wetteifernd gleichsam mit ihrer überaus herrlichen Umgebung. Ein Wald himmelanstrebender Thürme soll sie die uralte Allobrogenstadt schon von fern verkündigen und breite Straßen und imposante Marktplätze den Ankömmling empfangen. Es ist nicht so. Genf, eingezwängt in den Panzer seiner Festungswerke, hat enge, winkelige Gassen, die Gebäude strecken sich 5 bis 6 Stockwerk hoch empor und verkümmern Luft und Licht. In den 1400 Häusern sind nicht weniger als 32,000 Menschen zusammengedrängt und die überall hervortretende ängstliche Benutzung des Raums erregt Beklommenheit. – Dies gilt vom ganzen untern, bei weitem größeren Theile der Stadt, durch den die Rhone strömt. Nur der obere, neuere Stadttheil hat einige recht heitere und schöne Straßen, die sich gegen die in Promenaden und Pflanzungen ausgelegte Treille hinziehen, einer Bergterrasse mit der erhabensten Aussicht auf die savoyischen Alpen. Den prächtigsten Anblick auf den See hat man vom Place Maurice, und jeder Weg außerhalb der Wälle und Gräben führt in einen Park, wo sich das Anmuthige mit dem Majestätischen in unendlicher Mannichfaltigkeit vereinigt.

Der See, dessen meergrüner Spiegel einen Raum von fast 50 Geviertstunden einnimmt, ist das Prachtstück dieser Landschaft, welches jeder Beschreibung spottet. Belebt von unzähligen Barken, während da und dort ein Dampfschiff die Welle pflügt, malerisch umufert von den glänzenden Villen und Schlössern, Rebgeländen und