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DXX. Der Ausstellungs-Palast für Industrie und Kunst
in München.




Der Mensch ist der Gast Gottes auf der Erde. Sie ist ein herrliches Haus und der Hausherr wohl werth, daß die Gäste ihm mit Ehrfurcht begegnen und Sitte und Anstand nicht verletzen. Wenn aber patzige, rohe Buben hereindrängen, lärmen wie in einer Schenke und den Hausherrn wie einen prellenden Kneipenwirth lästern, da sträubt sich das Gefühl des bescheidenen Gasts und er schämt sich Derer, die, gleich ihm, die Gastfreundschaft ansprechen, aber sie mit ihrer Gemeinheit schänden.

Und Solches geschieht vor unsern Augen. Der Frevel ist frecher und schamloser als je zuvor. Wie die Wogen des Wildbachs, den ein Bergsturz stauete, das Thal von Stunde zu Stunde grimmiger verwüstet, so von Jahr zu Jahr schwellender und unbändiger dringt schmutzige Pöbelfluth in das Gotteshaus und tobt gegen Alles an, was die Größten und Erleuchtetsten unter den Menschen zu allen Zeiten als heilig geachtet haben und hochgepriesen. Arges Volk lästert den hohen Herrn, möchte ihn vor die Thüre setzen und sich selber in dem Thronsessel schaukeln. Der Schemen macht sich zum Gott, die Eintagsfliege Mensch setzt sich auf den Altar und proklamirt die „Selbstanbetung“ als eine gar herrliche Frucht des emanzipirten Geistes. – Tollhausphantasien, welche dem gedankenlosen Haufen die Köpfe verrücken und, wie im Herbst der Wirbelwind das dürre Laub, Alles im Kreise drehen, was nicht fest auf dem Boden der Vernunft steht! Wann werden diese Schmäher und Leugner des Weltregierers und seiner ewigen Gesetze, die ihr winziges Ich für so groß ausgeben, zur Erkenntniß ihrer Narrheit kommen? – Zwar mag diese Zeit noch fern seyn; denn die Fluth ist noch im Wachsen – noch tanzen die dürren Blätter ihren Veitstanz: aber kommen wird der Tag gewiß, wo die dümmste Idee eines Kretins und die absurdeste eines Bedlamiten nicht so albern und abgeschmackt erscheinen werden, als die Lehre, welche, angethan