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wie die fliehende Hoffnung. Wie viele Sterbestunden endigen in gleicher Weise mit einer kurzen, süßen, letzten Täuschung!

Das Glockner-Eismeer ist das gewöhnliche Ziel der Touristen. Auf den Gipfel zu steigen ist den Meisten zu beschwerlich und es erfordert größere Zurüstungen. Beim Lichtglanze der Schneewelt und dem Scheine des Vollmonds treten denn auch wir unsere Rückwanderung an, begrüßen das erste Sennhüttendach mit seinen Heerden und seinen Hirten freudig, wie ein Seefahrer ein befreundetes, bevölkertes Land, suchen dort den Schlaf auf weichem Heu, ein wärmendes Feuer und erquickende Milch, und am frühen frischen Morgen wandern wir gestärkt und wohlgemuth das prächtige Thal hinab – bis uns die Kastanienbäume begrüßen und die Weingärten empfangen. Unter den Lüften und den Wohlgerüchen des Südens ziehen wir wieder ein in das Dörfchen, von dem unsere Bergwanderung ausgegangen war; der Einladung des behaglichen Gasthauses aber:

„Geh’ nicht achtlos vorbei. – Es öffnet sich freundlich die Wohnung Jeglichem,
Und für ein kleines Stück Geld bietet sie gastlich Genuß.“

folgen wir willig.




DXXXXI. Die Veste Vano (Ivano) in Tyrol.




Mitten in einem Kranz von Felsen der abenteuerlichsten Formen liegt auf einem freistehenden Hügel die Veste Ivano, das uralte Stammhaus des gleichnamigen Geschlechts, jetzt der wohlerhaltene Besitz des österreichischen Kaiserhauses. Ihre Substruktionen erinnern an das Daseyn der Römer, welche in dieser Gegend zum Schutze Italiens zahlreiche Befestigungen unterhielten.