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verblutete in den Schlachten und Kämpfen, und das Reich wurde nach dem Tode dieses zweiten Kosru die Beute der Schwäche und Verwirrung. Die Letzten der Dynastie wurden zum Spielball der Parteien und des innern Haders. Die Zwietracht beherrschte sie, sie würgten sich unter einander und der Staat gerieth in den Zustand der Fäulniß und Auflösung. Um das Verderbniß zu beschleunigen, sandte nun das Schicksal die Löwen aus dem Saracenen-Lande. Den Koran in der einen, das Schwert in der andern Hand, stürmte der Nachfolger des Propheten, Omar, das wehrlose Reich, und, ausrottend die alte Religion und Herrschaft, errichtete er auf den ruinenbedeckten Todtenhügeln des persischen Landes den Stuhl der arabischen Herrschaft, umpanzert von dem Schilde des neuen Glaubens und gekräftigt durch die neuen Ideen, welche nun durch das ganze Geisterreich des Orients flutheten. Nahe an 600 Jahre (von 636–1220) hat die arabische Herrschaft in Persien bestanden, bis Dschingischan mit seinen zahllosen Mongolen- und Tartarenhorden losbrach aus seinen Steppen und den Welttheil zerstörend und zertrümmernd überschwemmte. Vor diesen Völkerwogen verging die arabische Macht in Mittelasien gänzlich und Persien blieb den Mongolen fast 200 Jahre lang preisgegeben, während welcher Zeit Alles unterging, was von den frühern Kulturepochen noch übrig war. Timurlan war der letzte mongolische Herrscher, und dann traten turkomannische an ihre Stelle, die mehre Dynastien in schnellem Wechsel gründeten. Persien war damals wie ein herrenloses Gut, das bald Der, bald Jener in Besitz nahm, aussog und wieder einem Andern, Stärkern überlassen mußte. Erst gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts ergreift wieder ein großer Mann das verwaiste Zepter: Schah Abbas (1587–1629). Er ordnet das Reich und bringt durch glückliche Kriege viele von den an die Nachbarn verloren gegangenen Provinzen wieder zurück. Seine Dynastie endigte 1747 mit Schah Nadir, der vergebens Persien noch einmal zu einer großen Macht erhoben hatte. Nadir wurde ermordet, und nach seinem Tode zerfiel Persien in vier Reiche, die sich einander befehdeten und niemals wieder vereinigt worden sind. Das Reich der Afghanen herrscht in Cabul und Afghanistan; Georgien ward, nach kurzer Unabhängigkeit, allmählig eine Beute der Türken und Russen, und vom eigentlichen Persien gingen, bis auf die neueste Zeit, in einer Reihe unglücklicher Kriege mit den Letztern die besten Provinzen im Norden des Reichs verloren. Persien, als Staat jetzt eine Ruine, schwach und wehrlos nach Außen und im Innern unter der Geißel der krassesten Despotie seufzend, die das Regiment in ein beständiges Plündern und Rauben, Pressen und Quälen verkehrt hat, wird zur sicheren Beute Rußlands, sobald England, von der Noth in seinem eigenen Hause bezwungen, sich aus Centralasien zurückziehen muß und die Absichten des moskowitischen Weltreichs in diesen Regionen nicht mehr in Schach halten kann. Dieser Zeitpunkt aber kann über Nacht kommen, denn die irische Schuld Englands ist zum Himmel hinangewachsen und der Tag, wo Gott richten wird zwischen der armen unterdrückten Schwester und der knechtenden, ist gewißlich nahe.