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und Reunionen nach und stellt euch hinter sie am grünen Tische; haben sich eure Augen an den anfangs gar blendenden Glanz gewöhnt, so merkt auf, welches Triebrad die vielen großen und kleinen Räder dieser Gesellschaftsmaschine in Bewegung seht? Es ist ein Doppelrad: die asiatische Schwelgerei und die europäische Lüge.

Wer blickt noch nach Asien, um eine Satrapenwirthschaft zu erspähen? Wer sucht noch nach Verbrechen des Harems im Morgenlande? Das Ausgesuchteste von Beiden bietet uns die europäische Aristokratie von Lissabon bis Petersburg in ihren Palästen und Wanderzelten, daheim und auf ihren Geschäftsreisen, d. h. ihrem hastigen Jagen nach Reizung und Befriedigung der ermatteten Begierden, nach Ausfüllung der langen leeren Stunden so vieler langer leerer Tage des Jahrs, nach Ausspinnung der in der Verzweiflung über das ewige Einerlei ihres faden Lebens angeknüpften Intriken, der ärgern Pläne nicht zu gedenken, deren schauderhaftes Gelingen in unseren Tagen manche Königskrone und manchen Fürstenhut an den Pranger des Abscheus genagelt hat. Wahrlich, der Orient ist mit all seinen Erbärmlichkeiten eingezogen in die höhern Regionen des Abendlandes, in denen Prunksucht und Faullenzerei das von Millionen fleißiger Hände unter Hunger und Mühsal Zusammengebrachte genußlos verpraßt.

Ja, genußlos! Besuchen wir die gerühmten Salons der Exclusiven und beobachten sie während der gepriesenen Saisonzeit der Bäder, was tritt uns da allorts entgegen? Zunächst die Mode, der Eitelkeit und Beutelschneiderei stets kränkelndes Kind, für das enorme Summen verwendet werden, ohne daß es je zu einem gesunden, festen Zustand gelangt. Das schadet nicht. Es veranlaßt doch den Ausdruck von Vergnügen in der stets geputzten vornehmen Welt, man freut sich über ein anderes Bändchen, ein anderes Fältchen, einen anderen Schnitt, eine andere Farbe, und warum nicht? Man muß ja vergnügt seyn, dazu ist man vorhanden. Schmückt sich doch auch der Wilde mit buntem Gestein, der Indianer tätowirt sich und die Pfauenfeder ist des Chinesen höchste Zierde. Aber Genuß, den Genuß der Gebildeten, der Edelen (und dazu rechnet sich ja die gesammte Aristokratie) erkennen wir darin nicht. – Tretet in die Salons, in denen der Luxus die Schätze aller Welttheile zusammengeschleppt hat, in denen dem Auge, den Ohren, dem Gaumen entgegen kommt, was nur fähig ist, ein Beglaubigungssiegel auf das Zeugniß über den Reichthum des Besitzers zu drücken, euch erfaßt ein doppeltes Staunen: über die zahllosen Herrlichkeiten der Erde und – über die gleichgültigen Gesichter Derer, auf deren Wink diese Pracht zusammengetragen wurde. Ist Das doch Alles nur da, damit Andere eine huldigende Verwunderung aussprechen, und ist es doch plebejisch, über Dinge, deren baarer Werth tausend arme Familien beglücken würde, ein anderes, als das alltägliche Gesicht zu zeigen. Hier darf das innere Vergnügen der Exclusiven nicht hervortreten. Wie bürgerlich wäre das, wie gemein! – Belauscht das aristokratische Geflüster ihrer