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Aristokratie in der ersten Revolution ist eine furchtbare Warnung und sie sollte an euch um so weniger verloren gehen, da sich die deutsche Revolution, allen Verständigen sichtbar, rasch derselben Lebensstufe nähert, auf welcher der französische Volkssenat stand, als er die Vernichtung der Feudalrechte verfügte. Da hilft kein Zögern und kein Widerstand; nur ein Zuvor- und Entgegenkommen kann nützen und den Verlust mindern. Oder glaubt ihr, ihr von Adel und ihr Standesherren, daß jetzt, nach der Umkehr, der in Umwandlung und Neugestaltung begriffene deutsche Staat auf Unkosten der Nation zu euerm separatistischen Vortheil sich ordnen könne? Das wäre die gröbste Täuschung und zugleich die gefährlichste, der ihr euch hingeben könntet. Wähnt nicht, daß aus dem jetzigen Chaos des deutschen öffentlichen Lebens das alte heilige Reich erstehen wird wie ein Phönix aus dem Feuer und mit ihm wiederkehren werden für euch die goldenen Tage der Ehren und der Lust, die ihr unter den Schwingen des Reichsadlers so lange genossen habt. Mögen alle Zeichen der todten Herrlichkeit – Reichsapfel und Kaiserkrone, Zepter und Purpurmantel – in Frankfurt zur Schau gestellt werden, mögen sie Sympathieen erwecken, mögen wohlmeinende Männer für die Größe der deutschen Nation unter der Majestät eines kaiserlichen Hauptes schwärmen und die Versöhnung aller Interessen im Schatten derselben versuchen: – die Revolution geht ihren Gang fort und es kann nichts nützen, daß man ihr Todtes und Abgethanes als eine lebendige Geburt in den Schooß legt. Nein, der stille Krieg des deutschen Volkes mit seinen Regierungen, welcher der gewaltigen Explosion unserer Tage um mehr als ein halbes Jahrhundert vorausgegangen ist, wird nicht sein Ziel in einer staatlichen Ordnung finden, welche Unversöhnliches zusammen schmiedet und den Kampf der feindseligen Elemente nur verlängern und verderblicher machen müßte. Die Revolution hat einmal ihren Trennungs-, Auflösungs- und Zersetzungsprozeß in Deutschland angefangen und sie wird ihn vollenden, was auch geschehen mag, ihn aufzuhalten. In diesem Prozeß müssen aber alle Unterschiede des Rangs und des Standes verloren gehen und die Aristokratie der Geburt wird bei uns ganz gewiß so vollständig verschwinden, als sie in Frankreich verschwand. Während soviele tüchtige, brave und wohlgesinnte Männer sich abmühen mit dem Plan zum allmähligen Umbau des alten, aus den Fugen gegangenen deutschen Bundeshauses, dürfte es ganz und gar zusammenstürzen und kein Plan wird dann mehr passen, es wird nichts zu thun seyn, als, ohne Rückblick auf die alten, abgethanen Verhältnisse und ihre Zeit, von Grund aus neu zu bauen mit neuen Steinen. Dann – wenn auch nicht früher, – wird man zugestehen, daß die Regierungsformen in Deutschland, wie sie bisher bestanden, keineswegs in Allem zu Recht bestehende gewesen sind, daß vielmehr ein Regiment der Gewalt und der Usurpation vielfach da gewesen ist, indem Fürst, Beamte und Aristokraten Alles waren, der Bürger aber nichts, und daß das, was man bisher in Deutschland bürgerliche Ordnung genannt hat, öfters der That nach nichts weiter war, als eine Tyrannei, die sich unter der gleißenden Hülle der Gesetzlichkeit und der dezenten Form zu verbergen wußte. Noch ist unser Sinn befangen durch die