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geschlagen wurde, sondern daß er längst von seinem Kaiser und seinen Fürsten geschlagen war; er weiß, daß die todten Kaiser schutzlos dem Feinde in die frevelnden Hände fielen, weil der lebende Kaiser und seine Lehnsleute das Reich dem Feinde gegenüber schutzlos gelassen hatten; er weiß, daß Deutschland dem Verrath seiner Fürsten alle Schmach und allen Schaden dankt; er weiß endlich, daß es die größte Dummheit der Völker war, sich zum Ruhm und Gedeihen einzelner Dynastenstämme gegenseitig zu zerfleischen, und achtet nur noch ein Wappen: das der Freiheit und Ehre der Nationen! Völker, welche dieses Wappen in ihrer Fahne führen, geizen nicht nach Schlachtenruhm und nähren nicht Eroberungsgelüste, Mittel, durch welche nur Einzelne, nur Herrscherfamilien, nimmermehr Völker groß und glücklich werden. Alle gesitteten Völker haben ein Ziel und zwischen sich und diesem Ziele einen gemeinsamen Feind: ihre Eintracht ist ihres Feindes Verderben, und dieser Feind, er ist den Mächten des Unterreichs, seiner Heimath, langst verfehmt; – hingegeben ist er den Rachegeistern und nicht Heere, noch diplomatische Arglist können ihn vor dem Verderben schirmen, noch eine geweihte Stätte ihm ein Asyl gewähren. Der Geist der Vergeltung ist zürnend in die Geschichte getreten – und dieser Geist ist kein säumiger. Die Ladung ist geschehen; das Urtheil schwebt wie das Damoklesschwert über seinem Haupte. Bald wird’s vollzogen seyn und dann wird’s heißen: „sein Daseyn war der Duell alles Bösen auf der Erde, aber vergangen ist’s und verflucht sey es auf ewig!“ – Nein, jener unnatürliche Zwiespalt, der vom Erbfeinde der Nationen Jahrtausende lang künstlich genährt wurde, und den er voller Arglist auch jetzt neu entzünden möchte, findet keine Nahrung mehr, – die Völker sind Brüder; sie hegen keinen Haß, keinen Neid gegen einander; sie geben sich willig jenen Gefühlen hin, die in jeder Menschenbrust laut zu Gunsten jedes Bedrängten sprechen, und wo ein Volk sich frei macht von seinen Drängern, da wird’s begrüßt von der Akklamation der ganzen gesitteten Welt, es empfängt den Bruderkuß von allen andern.

Darum blicken auch jetzt wir Deutsche ohne Rachegedanken von dem zerstörten Speyer nach Frankreich hinüber, dessen edles Volk hundert Jahre nach der Verwüstung der Pfalz durch die Vertreibung seiner Könige bewiesen hat, wie tief es deren Thaten verachtete. Mit den Gebeinen der deutschen Kaiser hatten französische Soldknechte Kegel geschoben; die Gebeine jenes Ludwigs XIV. aber riß das französische Volk aus der Gruft von St. Denis und warf sie in eine Kalkgrube. So schreibt das Volk seine Noten zu den Lügen der Hof-Historiographen. – Fürstengräber können nie Altäre für die Nationen seyn; denn aus ihnen weht der böse Geist, der die Lebendigen erfüllt hat. Ueber dem Sarge Friedrichs II. von Preußen schwuren sich Napoleon von Frankreich und Alexander von Rußland ewige Treue, und – sie brachen den Eid. Wenn aber Deutschlands und Frankreichs Nationen sich jetzt die Hände über dem Altare der Humanität und Freiheit reichen, – so wird aus ihrer Vereinigung ein Völkerbund erwachsen, die stärkste Bürgschaft für das Glück und den Frieden des Welttheils.