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Schweizer auf ihren schneebedeckten Alpen, hohes Kraftgefühl, Muth, Freiheits- und Vaterlandsliebe genährt, und bloß die Lage ihres Landes, nicht Mangel an kriegerischer Tüchtigkeit, war die Ursache, daß sie den wiederholten Angriffen der Franken früher erlagen, als die Sachsen.“ Auch ihrem Glauben blieben sie, wie die Sachsen, am längsten von allen germanischen Stämmen treu. Nirgends wurde der Kampf um die heidnischen Altäre blutiger geführt, nirgends war er wechselvoller, denn das Friesenvolk verlor, wenn auch oft besiegt, nie seine Spannkraft. Bei jedem neuen Anlauf schleuderte es das aufgedrungene Kreuz wieder von sich. Aber auch in diesem großen Kampfe scheinen sie nicht als Verbündete gemeinschaftlich mit den Sachsen gegen die fränkischen Gewaltherren gefochten, sondern nur die günstigen Wendungen des Sachsenkriegs für sich benutzt zu haben. Diese hartnäckige Abgeschlossenheit, diese Scheu vor allem Bündtnerwesen ward ihr Verderben. Karls des Großen Heeresmacht und dem Bekehrungseifer des Bischofs Luidger, eines geborenen Friesen, können sie, nachdem ihr tapferer Fürst Ratbod erlegen und in freiwillige Verbannung gegangen ist, nicht länger widerstehen. Um 790 fügen sie sich ihrem Geschicke, leisten den Franken Heeresfolge, stehen nunmehr den Sachsen feindlich gegenüber, treten in das alldeutsche Reich des großen Kaisers wie alle übrigen von ihm unterworfenen Stämme, und erhalten Grafen, als Reichsbeamte, zu Wächtern der staatlichen Einheit und zu Schirmherren der alten Freiheit, welche Karl schützte, nicht vernichtete. Die Regierungsgewalt der Reichsgrafen dauerte indessen nicht länger, als die Tüchtigkeit der Kaiser selbst gedauert hat, und da es mit dieser bald zu Ende ging, so traten sie, erbittert durch wiederholte Einfälle der Normannen in ihrem Gebiete und von dem Reiche schutzlos gelassen, zu dem freien friesischen Bund der sieben Seelande zusammen. Die Reichsgewalt versuchte vergeblich, die Abgefallenen zu züchtigen. Sie widerstanden und das Volk der Friesen blieb unabhängig. Nun, da kein fremdes Gesetz mehr im Lande herrschte, bauten sie das Haus ihrer Verfassung und ihres Rechts fester als früher aus. Eine gewandte Hand skizzirte dieses Gebäude so: „In der Nähe von Aurich wurde alljährlich beim Upstalsboom (Obergerichtsbaum) der allgemeine Landtag abgehalten, wozu die einzelnen Landgemeinden ihre Boten sandten, und wo man sich über das allgemeine Beste berieth und über das Landrecht einigte. Die Friesen wußten und fühlten es, was der Grund wahrer Volksfreiheit sey; eine eigentliche Konstitution, die von Gewaltherrschern verdreht und gedeutelt werden kann, sucht man vergeblich bei ihnen: an ihrem freien Stuhl und der freien Sprache hatten sie ein besseres Palladium ihrer Rechte. „Edler freier Friese“, dies war der schöne Gruß, womit ein friesischer Mann den andern empfing, und lange wachten sie mit Eifer darüber, daß derselbe eine Wahrheit bleibe. Der Stamm der Brokmer duldete selbst, damit die gemeine Freiheit nicht gefährdet sey, keine festen Schlösser und Burgen in seinem Gebiete. Trotz jenes ganz Friesland bis zur Weser umschlingenden Bundes hatte jede Gemeinde ihre besondere Verfassung, selbst ihre besonderen Rechte; eine jede wählte ihren Richter auf ein Jahr; diesem standen, damit der richterlichen Willkür