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Macht sehen, sondern auch einen Quell der Pflicht und des Berufs, Menschenglück mit Menschenarbeit zu verbinden, – von uns, sage ich, hat das Proletariat die Erfüllung seines gerechten Anspruchs auf genügende Geltung im Staate, Gleichheit der Berechtigung und die Befreiung von dem demüthigenden Druck zu erwarten, der auf den Arbeiterklassen mehr oder weniger überall noch lastet. Bereits wird dafür vielseitig angebahnt. Immer mehr Stimmen werden aus dem Kreise der Fabrikanten selbst laut, welche für die Arbeiter ein besseres Loos und menschlichere Fürsorge begehren, und da und dort wird auch das Wort zur guten That. – Allerdings ist an Uebereinstimmung im Prinzip unter den Arbeitsgebern noch nicht zu denken, und noch entfernter liegt die allgemeine Anwendung. Aber sie wird kommen und dann kann auch der Staat nicht länger ein passives Verhalten in einer Frage fortsetzen, welche so tief in sein Leben eingreift. Er hat sich bisher begnügt, das Produkt der Arbeiter, das Erzeugniß zu ehren. Er that’s aus wirthschaftlichen Motiven. Das ist der Anfang. Er wird damit endigen, auch den Erzeugern gerecht zu werden, und wo er es nicht freiwillig thut, da wird die Nöthigung nicht ausbleiben.


Ein Ehrentempel der Arbeit ist’s, was die erste Seite des neuen Bandes meines Buches schmückt; ein Tempel der neuen Zeit – ihr erster in Deutschland. Als der Herrscher Preußens in seinem ersten Regierungsjahre die Erzeugnisse der deutschen Arbeit zu einer Schaustellung in seiner Hauptstadt sammelte, wies er – (sollte es eine Allegorie seyn?) – den ernsten Kriegsgott hinaus aus seiner alten Wohnung und bot sie dem heitern Genius des Gewerbfleißes an, dem Schützling des Friedens. Das Schauspiel ging vorüber und das Berliner Zeughaus ward seiner Bestimmung zurückgegeben. Anders der Bayernkönig Ludwig. Es ist schicklich, – meinte er – daß, wenn ich Kunst und Gewerbfleiß zu mir einlade, ich sie einziehen lasse in ihr eigenes Haus, wo sie es bequemer haben, als in einer Kaserne.

Die Lage dieses Prachtgebäudes für Ausstellungen ist der Glyptothek gegenüber, und seine Formen versetzen in die beste Zeit der altgriechischen Architektur, deren schönste Denkmäler neu in’s Leben zu führen sich Ludwig I. zu einer Hauptaufgabe seiner Kunstunternehmungen gemacht hat.

Wie in der Wallhalla und der Halle des Ruhms die ernste dorische Ordnung ihre schicklichste Anwendung gefunden hat und die ionische in der Glyptothek, so wurde der korinthische Styl für das Ausstellungsgebäude gewählt. Die alte Kunst hat in demselben nur kleine Gebäude aufgeführt und seine Anwendung meist auf den Säulenschmuck von Portiken und Hallen beschränkt. Hier galt es, ein großes, umfassendes Gebäude in der Anordnung des Tempelbaus ganz in diesem Style auszuführen, eine Aufgabe, die schwer war.