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und Schrecknissen aller Art umgebenen Schiffer die Durchfahrt so, daß sie wohl nie mehr versucht werden würde, wenn die Umschiffung des Kap Horn nicht fast eben so gefährlich wäre. Denn der Sturm hört hin nicht auf zu rasen und fordert Jahr für Jahr Güter und Menschenleben in Menge zum Opfer. Ein Schiffbruch am Kap Horn ist fast immer gewisser Tod; denn nur wenige Stellen der mit himmelhohem Felsgemäuer besetzten Küste, über welche Gletscher hängen und Gießbäche ihre Schleier schütteln, sind zugänglich, und die auf Booten Rettung suchen, verschlingt gewöhnlich die Brandung. Die Forderung der Menschlichkeit, Errichtung eines Leuchtthurms mit einer Station für Rettungsboote und mit einem Asyl oder Hospiz für Schiffbrüchige ist, zur Schande der meerbeherrschenden Mächte, bis jetzt unerfüllt geblieben. Und doch ist die Straße um das Kap Horn eine der wichtigsten der Erde und es würde zuverlässig ihre Frequenz sich vervielfachen, wenn ein Etablissement wie das angedeutete die Fahrt eines Theils ihrer Schrecknisse entkleidete. –

Ehe wir das Feuerland verlassen, noch einen Blick auf seinen Herrn, den Menschen!

Ist dieses schmutzige Wesen, auf dessen zwergartigem formlosen Leib ein breitzusammengedrückter Kopf mit weitvorstehenden Backenknochen ruht, aus dessen viereckigem Schädel unter der platten Stirn die kleinen, leblosen, Stumpfsinnigkeit verrathenden Augen dich anstarren, wirklich ein Mensch? Du möchtest daran zweifeln. Dein Herz, das die ganze Menschheit mit Liebe umfassen möchte, dein Geist, welcher ein zwar ungleiches, aber unaufhaltsames Fortschreiten aller Völker der Erde zu einem gemeinsamen Ziele begreifen möchte, fühlt sich beunruhigt und betroffen. Wie, fragst du, dieses Geschöpf mit den schwarzen Zotten um das Antlitz, dessen Häßlichkeit ein dicker Knochen in der durchbohrten Unterlippe noch widerlicher macht, das mit thierischer Gier Peguinenthran schlürft und die Luft mit seinem Gestank verpestet, dies dein Bruder? Wo ist da der Gotteshauch, der den Menschen von dem Thiere unterscheidet, und worauf gründet sich da der Anspruch an die Sympathie des Gefühls, welche eine gleiche Abstammung hervorruft? Gegenüber dem Feuerländer, dieser plumpen Mißgestalt, in welcher noch nie ein Geistesfunke zur Flamme angefacht worden ist, bricht der Glaube, ein Brudergeschlecht aus einer Mutter bevölkere das Erdrund, zusammen.

Das größte Räthsel auf Erden bleibt der Mensch und über seine Entstehung ruht ein Schleier, den keine Wissenschaft aufhebt. Der Mensch füllt die ganze Erde. Kein Thiergeschlecht kömmt ihm an Verbreitung im Entferntesten gleich. Theuer jedoch erkauft er diesen Vorzug. Sein edel geformter Leib verschrumpft am Polarkreise zur fratzenhaften Zwerggestalt und sein Geist erstarrt in Unempfindlichkeit. Unter dem Aequator verdorrt er und unter den Tropenkreisen reibt sich der Mensch auf in thierischen Begierden und wüthenden Leidenschaften, die mit Erschlaffung abwechseln. Wir sehen ganze Menschenstämme, deren Lebensthätigkeit in dem Kreis aufgeht, welchen das unabweisliche Bedürfniß in einer harten Natur um sie gezogen hat, und selbst inmitten