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DLIX. Marseille.




Wenn irgend ein Theil der Menschheit auf seiner Wanderschaft durch die Jahrhunderte einer neuen Pforte der Entwickelung entgegen schreitet, so gilt es vor Allem das rechte Wort zu finden, welches die Riegel sprengt. Das rechte Wort war stets der halbe Sieg: das rechte Wort ist Fahne und Schwert zugleich! Tausend Beispiele der Geschichte sagen uns, wie edle und starke Kräfte, wie treffliche Menschen, wie herrliche Schaaren im Kampfe gegen das verschlossene Thor einer neuen Zeit verzweifelnd untergegangen sind, weil sie das Zauberwort noch nicht gefunden hatten, vor dessen Schall sich allein des Thores Flügel öffnen. Jedes Land, jedes Volk, jeder Geschichtsabschnitt trägt ein Wort an der Stirn, das einmal das rechte war, und manche dieser Worte behaupten ihren Ehrenplatz auf den Kapitolien des Friedens oder auf den Fahnen des Kriegs durch viele Jahrhunderte. Wer gedenkt hier nicht vor Allem an die Zehn Gebote der Kinder Israel, deren Tafeln Millionen zu Sieg und Ehren führten und nach dem tiefsten Fall ein in so viele Fetzen, als es Nationen gibt, auseinandergerissenes Volk dennoch als ein Glaubensganzes zusammen ketteten und aufrecht erhielten bis zu unseren Tagen, wo die lange Nacht Israels endlich vorübergeht. Noch heute, nach Jahrtausenden, zieren die Tafeln, darauf Moses das rechte Wort für sein Volk geschrieben, die Stirn jedes jüdischen Tempels. – Das Christenthum hat auch sein ewiges Wort: das Vaterunser. So weit das Kreuz aufgerichtet wurde, war das „Gebet des Herrn“ der Stern und der Stab der Bekehrten, und so lange das Kreuz erhöhet bleibt, werden die hehren Laute jener Worte den Gläubigen durch das ganze Leben führen. Sie empfangen ihn in der Wiege, begleiten ihn als Morgen- und Abendsegen durch die Jahre der Kindheit, grüßen ihn am Altar und werden gebetet über seinem Grabe. Durch alle Zonen der Erde, in allen Zungen ertönt es und wirkt es mit seiner belebenden Kraft. Es hat die stärksten Thore gesprengt auf dem großen Entwickelungsgange der Menschheit durch ganze achtzehnhundert Jahre. – Das rechte Wort hatte auch jener arabische Sohn der Wüste gefunden, als er seinen Schaaren den Schlacht- und Glaubensruf in den Mund gab: „Allah ist Gott und Mohammed sein großer Prophet!“ Er hatte damit seinen Bekennern den Schlüssel gegeben, mit welchem sie die Pforten von Afrika und Europa öffneten und dem Halbmond einen Weg bahnten, der strahlt von tausend Siegen.