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DLXI. Der Leipziger Markt.




„Zwölf Eier werden nächstes Jahr theurer seyn, als ein Dutzend deutsche Fürsten,“ das Wort kann wahr werden. Noch schwebt der Geist über den Wassern; noch treibt’s und fluthet’s chaotisch durch’s deutsche Reich; so viel aber ist doch schon deutlich, daß das Neugestalten der deutschen Dinge, wie es in Olmütz, Potsdam und München gewünscht und in Frankfurt gutgeheißen wird, auf Kosten der Mindermächtigen zu Gunsten der Mächtigsten geschehen soll, und alle kleinern deutschen Staaten aufgehen sollen in der Solution des großen germanischen Reichs. Die Krähen sollen gespeist werden von den Adlern! Als der Bundestag noch den Schlüssel zu den Handschellen des Volks führte, damals sollten 38 Staaten, so verschieden an gegenseitiger Macht zu einander, wie an Werth der Pfennig zum Thaler, in vollkommener Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit neben einander bestehen, Keiner dem Andern an Berechtigung überlegen und das Stimmrecht gleich seyn für die freie Stadt wie für den mächtigsten Fürsten. Das war die Theorie; die That strafte sie Lügen. Das Recht des Stärkern ist allemal ein Recht; und ist ihm die öffentliche Berechtigung versagt, so macht er sie im Verborgenen geltend. Aber was im Verhältniß des alten Staatenbundes nicht seyn konnte, das ist im neuen deutschen Bundesstaate kein Hinderniß. Die Gleichberechtigung der Schwächern neben den Stärkern wird in demselben so sicher zur Thatsache, als im demokratisch wohlgeordneten Staate die Gleichheit aller Bürger, trotz alles Unterschieds an materiellem und geistigem Vermögen. Das ist ja eben das eigentliche Wesen und der Vorzug des Föderativstaats, daß er dem schwächsten Gliede der Genossenschaft sichern Bestand neben dem stärksten gewährt. Ist aber der Fortbestand kleinerer Staaten der Bundeseinheit kein Hinderniß, so wird er auch von der Gerechtigkeit gefordert. Die Kleinern haben dieselben Ansprüche und Rechte in den Märztagen sich errungen als die Größern; sie haben sich als die allerersten erhoben und haben mit nicht geringerm Muth für die Freiheit gekämpft und Opfer gebracht. Jeder Stamm hatte seinen Theil an der Arbeit ; also ist auch jeder gleich berechtigt zu den Früchten. Wenn die Stärkern die Schwächern zwingen wollen, ihr eigenthümliches, während Jahrhunderten entwickeltes Leben aufzugeben und unterzugehen in Anderer Daseyn: so ist das ein Mißbrauch der Stärkern, und an die Stelle gemeinsamer Freiheit tritt für den schwächern Theil Unterdrückung und Knechtung der empörendsten Art. Denn keine wird schmerzlicher ertragen, als diejenige, welche von Gleichberechtigten ausgeht. Stammfeindschaft ist stets die unversöhnlichste. Daß man sich hüte, sie in