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auch Julia’s Herrlichkeit schnell dahin. Nach oft wiederholten Schlägen durch die Barbaren mit Feuer und Schwert, Plünderung und Verheerung, verließ der Rest der Einwohner im 6. Jahrhundert den Schutt ihres untergegangenen Glücks; sie flohen in’s Gebirge oder auf die benachbarten Inseln des adriatischen Meers.

Lange blieb nun die Stätte unbewohnt. Später sammelten sich allmählig wieder Menschen in der schönen, fruchtbaren Gegend, und sie bauten ihre Hütten in die Ruinen, wie Schwalben ihre Nester. So ist nach und nach das heutige Pola entstanden, ein armseliger Flecken von 900 Einwohnern, die berüchtigt sind wegen ihrer Bigotterie und Bettelhaftigkeit. Sie verhalten sich zu den römischen Bürgern der alten Stadt wie Kreaturen einer andern Schöpfung, wie Menschen eines andern Planeten.

Das Amphitheater ist eines der größten unter den vorhandenen. Alles Mauerwerk ist noch wohlerhalten. Es ist dreistöckig und jedes Stock hat 72 Fensteröffnungen oder Arkaden. Das Innere ist verschüttet. Fragmente von Säulen und Skulpturen schauen aus dem Boden hervor und hohes Buschwerk hat die Sitze überwachsen, auf denen 18–20,000 Zuschauer Platz hatten. Für die Forschungen der Antiquare ist hier ein reiches Feld offen und auch noch manche Schatzkammer alterhümlicher Kunstwerke verborgen. Bis jetzt ist wenig geschehen, sie an’s Tageslicht zu ziehen; das ist spätern Zeiten vorbehalten.

Pola, obschon nur ein schlechter Flecken, ist doch der Sitz eines römischen Bischofs. Die Siebenhügelstadt übt nach wie vor ihre Herrschaft: freilich mit andern Waffen. Statt mit der Schärfe des Schwertes schlagen die Männer des Kapitols die Völker mit dem Krummstab, und an die Stelle der erbarmungslosen Gewaltregierung der Imperatoren ist die nichtswürdige und trugvolle Politik der Kirche getreten. Doch der Zeiger der Zeit nähert sich auch ihrer letzten Stunde; die zerstörende Kraft des Wissens und Erkennens, das gedrungen ist in alle Völker, wühlt im Konklave so gut, wie in den Kabineten des Absolutismus. Der Grund, auf dem die geisterkettenden, dämonischen Mächte so lange feststanden zum Verderben der Menschen, er ist hohl, und je größer die Anstrengungen jener Mächte sind, um sich auf demselben aufrecht zu erhalten, um so gewisser stürzen sie in den Abgrund. Ihre Stunde – Mitternacht – schlägt bald und mit dem Schlage beginnt der neue Tag.