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Rechte der Völker aber, wären sie auch bis zur Unkenntlichkeit in den Staub getreten, sie werden von ihm emporgerichtet überall unter dem Jubel der Nationen. – „Hosiannah, der Herr ist mitten unter uns!“ hallt’s von einem Ende des Welttheils bis zum andern wider. –

In so herkulischer Zeit, wo die ganze sittliche und sociale Welt aus den Fugen geht, um sich neu zu formen, wo sie erregt ist bis in ihre unergründetsten Tiefen, wo die ganze Gesellschaft in großen Wellen schlägt und brandet: – da soll ein Jeder vor Allem nach dem Polarstern suchen, die Weltgegenden zu erkennen, sich zurecht zu finden und einen festen Stand zu gewinnen, damit er Sturmeszug und Wogenströmung richtig zu deuten wisse.

Wer so zu freier Uebersicht gelangt und mit klaren, scharfen Augen begabt ist, dem treten bei aller scheinbaren Verwirrung aus den Bewegungen unserer Zeit stets zwei Hauptgegensätze vor Augen. Ich wage es, sie Recht und Unrecht zu nennen. Ersteres fußt auf die ewigen Naturgesetze, letzteres auf Geschichte und Ueberlieferung; dieses ist mit der Vergangenheit, der Autorität und dem Erhaltungsstreben im Bunde; jenes stützt sich auf die Zukunft, auf den Trieb des Fortschreitens, des Neugestaltens, des Besserwerdens auf Erden; bei dem Einen ist Gehorsam und Unterordnung bedungen; bei dem Andern Freiheit und Gleichheit.

In ruhigen Zeiten, wo die Begebenheiten gewöhnlichen Verlauf haben, werden auch die Wechselwirkungen jener streitenden Potenzen nur mit mäßiger Stärke hervortreten und Aenderungen der gesellschaftlichen Formen, wo sie diese hervorbringen können, werden dann immer auf dem Wege allmähliger Umbildung geschehen. Aber in den Perioden des Sturms, wo der plötzliche Umsturz die Stelle der langsamen Entwickelung, die augenblickliche Vernichtung den Platz der successiven Entfernung einnimmt, da treten auch jene sich bekämpfenden Elemente in der ganzen Schärfe ihres Widerspruchs an den Tag hinaus, Parteiungen bilden sich und sie beginnen mit einander einen Kampf auf Leben und Tod. Diese Parteiungen haben Europa seit der ersten französischen Revolution in 2 Heerlager gespalten, welche die Stichnamen: Conservative und Revolutionaire, Liberale und Servile, Legitimisten und Radikale, Reformer und Stabile, Reaktionäre und Fortschrittsmänner, Aristokraten und Demokraten und noch viele andere auf ihren Bannern tragen. Unduldsam schon ihrer verneinenden Natur wegen, hat jede dieser Parteien ihre Ansichten und Grundsätze als die allein richtigen ausgegeben und die öffentliche Meinung, aus allen Weltgegenden angeblasen, und bald nach der einen, bald nach der andern Seite hinübergerissen, wußte in den ersten dreißig Jahren nicht, auf welcher Seite sie sich feststellen sollte. Erst seit den Julitagen von 1830 hat sich der Sieg nach langem Wechselkampfe für die Streiter der Menschen- und Volksrechte dauernd entschieden. Es war ein Sieg ganz, beständig, vollkommen; aber es war ein Sieg der Idee; ein Sieg im Reiche