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Vormundschaft setzte und geflissentlich darauf ausging, männliche Gesinnung, Selbstgefühl und Gemeingeist im Volke auszutilgen und es dahin zu führen, sich, spießbürgerlich, nur an das Kleinste, Engste und Aermste zu heften? Was hat es geholfen, daß sich der Unwille aller Edlen gegen jene Tribunale wendete, wo Ankläger, Richter und Vollzieher der Urtheile in eigener Sache saßen und wo dieselben Personen die Vollmacht hatten, überall in Deutschland willkürliche Verhaftungen vorzunehmen, die Angeschuldigten ihren natürlichen Richtern zu entziehen und, wenn es an Thatsachen fehlte, auf verborgene und vermuthete Tendenz und Gesinnung zu inquiriren und zu fahnden? Die unverletzliche Gerechtigkeitspflege war Deutschlands letzte Ehre, und sie ward vom verpflichteten Ehrenhüter, dem deutschen Bundestage selbst, ihm entwendet! Ja, wir Alle haben die Zeit durchlebt, wo das deutsche Vaterland, herabgewürdigt, zerrissen und zerfetzt wie ein Bettlermantel und getrennt durch tausend Schlagbäume und acht und dreißig Gesetzbücher, nicht viel mehr war, als eine diplomatische Fiktion, die nur dann noch angerufen wurde, wenn es galt, mißliebige Geister zu ächten, Handwerksburschen das Wandern in freie Länder zu verbieten, das Tragen der deutschen Farben zu verpönen, liberale Blätter zu unterdrücken und Metternich’sche Diktate der Nation als Bundesbeschlüsse zu eröffnen! –

Das ist der rauhe Umriß der Lage Deutschlands, als in den letzten Februartagen der Sturz des Königthums in Frankreich wie eine Granate in das Volk einschlug und den gehäuften Brennstoff entzündete. 14 kurze Tage gehörten dazu, um ein System zu stürzen, für dessen Bestand die Nation ein ganzes Menschenalter lang ihren Wohlstand und ihre edelsten Güter wider Willen zu opfern gezwungen worden war. Wäre es anders gewesen, hätte sich die Nation nicht, wie es geschehen ist, entschlossen erhoben wie ein Mann zu dem einen, erkannten Ziele, wahrlich! sie würde eine verworfene seyn und völliges Verderben verdienen. Aber Nein! Angesichts Gottes und der Welt hat sie die Prüfung ruhmvoll bestanden. Mögen jetzt nach dem Geschehenen die Lockvögel, die Schauspieler und Sophisten, der Nation schmeichelnde Worte vorpredigen; mag man den über Nacht zum Mann erwachsenen Volksgeist mit Bannformeln und Zaubersprüchen beschwören; mögen dienstfertige Knechte des alten Regiments, nachdem sie aus ihrer Betäubung erwacht sind, aus ihren Winkeln mit Löscheimern herbei eilen und auf jede Flamme der Begeisterung ihr Wasser ausgießen, damit wieder alles kahl, seelenlos und abgestanden werde wie sie selber: Nichts wird’s ihnen helfen! Das Kind der Volksherrlichkeit ist einmal empfangen und hinaus an den Tag muß es, sollte es auch noch so schwere Wehen kosten. In allen Dingen ist das Aeußerste jedesmal der Wendepunkt zu seinem Gegensatz, – und die Kraft und die Einsicht, die jetzt die Oberhand gewonnen haben, werden auch weiter treiben auf der neuen Bahn des Heils, die wir eingeschlagen. Wer wollte daran zweifeln, nachdem so viel Großes und Herrliches schon gewonnen ist? Ueberall ist ja der Fortschritt des Losungswort geworden, überall weichen die Fürstin dem Zwang, die Höflinge, die Charakterlosen,