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ist erwacht, er hat seine Kraft erprobt an den Kräften der fürstlichen Macht, und es ist nicht mehr daran zu denken, daß er sich je einer andern Ordnung wieder fügen werde, als der auf die Freiheit sich stützenden. Das deutsche Parlament, welches durch die freie Wahl der Nation zusammentreten wird, ist berufen, diese Ordnung zu regeln, und sie gegen alle möglichen Reaktionsversuche, die, wenn ihnen der mindeste Spielraum gelassen wird, nicht ausbleiben werden, sicher zu stellen. Das Parlament wird und muß den Fürsten die Mittel zur Macht, dem Volke Unrecht anzuthun, gänzlich und für ewig entziehen; sollten sie dann den Versuch dennoch wagen, so würde es ihren völligen Untergang herbeiführen. Reizt man das Volk, sich noch einmal gegen die Monarchie zu erheben, die durch ihren langen Mißbrauch der Macht den Anspruch auf Schonung sattsam verwirkt hat, dann werden bei seinem ersten Zucken die Throne und Fürstenstühle zusammenbrechen, wie ein morsches Haus bei einem Erdbeben, und ihre Splitter werden verwehen, wie Spreu vor dem Sturme. Nicht anders würde es geschehen und die Stätte der Dynastenherrschaft in Deutschland nicht mehr gefunden werden. Bei dieser neuen Bewegung könnte es jedoch auch kommen, daß alles Bestehende im Staat nach Wesen, Form und Besitz mit Einemmale weggeschafft würde, die aufgelösten Elemente des Volks- und Staatslebens neue Krystallisationen eingehen müßten und dieses ein neues Eigenthumsystem hervorriefe: – ein Umsturz, durch den die Revolution sich in ein Chaos voll Bürgerkampf verwandeln würde, welches der Nation die Früchte ihrer Erhebung und ihrer Opfer auf lange, lange Zeit entziehen möchte. Diese Gefahr ist meiner Meinung nach viel größer, als jene, welche aus dem Fortbestand der Monarchie mit demokratischen Institutionen irgend erwachsen kann. Lasse man daher dem Prinzipe noch Geltung. Die Republik wird doch nicht ausbleiben; aber ein Friedenswerk soll sie seyn, als zeitige Frucht soll man sie pflücken, republikanische Volksreife, folglich auch republikanische Vorbildung müssen vorausgehen. Die Zeit, solche zu erlangen, gibt nur die von der Volkshoheit beschränkte Monarchie, und diese wird abfallen, wie das dürre Blatt vom Baume, ohne daß es eines Windhauchs bedarf, wenn der Herbst gekommen ist und die letzten Säfte vertrocknet sind, welche dem Blatt Leben zuführen. –

Vor einer andern Gefahr wird uns, ich zweifle nicht, der gesunde Sinn und die Mündigkeit der Nation bewahren; vor der Gefahr, meine ich, daß die Rivalität jener Fürsten, welche sich jetzt selbst zur Führerschaft der Nation aufwerfen, Spaltungen hervorbringen und Parteien und Faktionen hervorrufen, ehe noch für die Befestigung der neuen Zustände der erste Grundstein gelegt ist. In Wien und Berlin sehen wir schon gegnerische Bestrebungen zu dieser Führerschaft, und beiden tritt das süd- und westdeutsche Volksbewußtseyn mit seinem Votum für demokratische Monarchie, und mit der festen Erklärung, daß es eine Führerschaft nur als Produkt der freien Wahl und des Willens der Nation anerkennen will, diesen dreien aber die Republik entgegen, deren Partei, genährt und getragen von den großen Begebenheiten, stündlich an Zahl und intensiver Kraft zunimmt. Diese vier Meinungen haben sich bereits scharf gesondert. Sie haben den Kampf eröffnet. Sie reden schon gleichsam mit vier Zungen und