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vier Sprachen; sie äußern vierfache Richtung und Gesinnung; sie beginnen sogar sich zu verketzern; sie können aber, und das ist das Beste in der Erscheinung, doch nicht von einander lassen und achten das gemeinschaftliche Band – das Hochgefühl für Nationaleinheit – über alles andere. – Bleibt es so: – dann ist der Meinungskrieg für die Nation, vor deren Augen derselbe geführt wird, eine tüchtige Schule, und sie wird um so eher befähigt werden, ein richtiges Urtheil über ihre Angelegenheiten zu fällen. Wenn sich aber die Parteien von der heftigen Leidenschaft beherrschen lassen, die Intrike Terrain gewinnt und despotische Gelüste zwischen diesen Streitern Raum finden, ehe die Zustände, welche der Lenzmond geschaffen hat, haltbare Form gewonnen haben, so könnte es das Einheitsstreben schwächen, und es wäre möglich, daß aus einem Volke mehre Völker würden. – Gegen diese Eventualität, die so leicht sich an lange und heftige Parteienkampfe, wenn sie inmitten eines großen Volks sich frei entwickeln können, knüpfen, muß sich der Geist der Nation mit aller Entschiedenheit waffnen. Darum sey sie einig, keinerlei andere Führerschaft, als diejenige ist, welche aus der freiesten Wahl der Nation selbst hervorgeht, anzuerkennen; sie protestire durch ihre Stimmführer gegen alles fremde Präsentationsrecht und spreche gegen die Usurpation als ein gegen die Volkshoheit und ihre Rechte gerichtetes Attentat ohne Umschweife das Verdammungsurtheil. Jeder Meinung, jeder Kanditatur steht die Arena zur freiesten Discussion offen; doch darüber hinaus hat Keiner ein Recht, geschweige ein Vorrecht zu erwarten. Die freie deutsche Presse thue in dieser Angelegenheit allenthalben ihre Pflicht. Nirgends soll sie, statt des neuen Ehrenkleids des deutschen Staatsbürgerthums, den alten Bedientenkittel forttragen und ihre wahre Herzensmeinung nur zwischen den Zeilen suchen lassen. Der Berliner Zeitungsschreiber, sobald sich sein König zur deutschen Führerschaft aufwirft, darf nicht mehr den Landesherrn in ihm beurtheilen, sondern eben nur den Kandidaten für den Ehrenplatz der ganzen Nation, und er muß den Grad seiner Würdigkeit eben so unbefangen prüfen, als hätte sich ein Fürst Reuß dazu gemeldet. Der Wahlspruch „Pro domo“ paßt unter der Ueberschrift „Das Vereinigte Deutschland“ nicht mehr. Feigheit hat zu allen Zeiten Sklaven gemacht, und wie sie Niemanden zieren kann, so schändet sie doch Den am allermeisten, dessen Amt es ist, mitzusprechen über die höchsten Angelegenheiten seines Volks. –

Ich lenke ein. Es hat mich unwillkürlich aus der Ferne in den Kreis der heimathlichen Begebenheiten gezogen, der jetzt Alle, vom Kleinsten bis zum Größten, so tief erregt. Noch ist’s lauter Gähren; an das Klären und Läutern ist nicht zu denken. Ohne größeres Getümmel kann der Streit, nach menschlicher Voraussicht, sich nicht beruhigen. Die in Bewegung gesetzten Massen sind zu kolossal und die Richtungen derselben schneiden sich auf so vielen Punkten, daß Zusammenstoß geschehen muß. Das darf und soll uns jedoch keine Furcht einflößen und die Freude nicht verkümmern, die das Bewußtseyn gibt, in einer Zeit zu leben, wie sie nie vorher gewesen ist, – in einer Zeit, in welcher Gottes Finger vor unsern Augen die Weltgeschichte in den ungeheuersten Zügen schreibt.