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dessen Glanz umflossen der Münsterbau heute in unserm Blicke sich wiederspiegelt: die Heldengestalten von Rotteck und Welcker sind es, die wir mit Ehrfurcht und Jubel begrüßen.

Rotteck und Welcker, diese Dioskuren auf dem Felde des Kampfes zwischen Fürstengewalt und Volksrecht, standen zum ersten Male am 17. März 1831 als Volksvertreter neben einander in der zweiten Kammer. Rotteck hatte bereits auf dem ersten und zweiten Landtag als Mitglied der ersten Kammer, durch sein die zweite Kammer noch an Freimuth überbietendes Auftreten, Hof und Adel gegen sich aufgeregt. Die Landtage von 1825 und 1828 hatten die Minister ihm zu versperren gewußt. Von dem Augenblicke des gemeinsamen Wirkens Beider an ist ihr Leben und Streben eingeschrieben in die Geschichte und namentlich die Landtagsgeschichte des badischen Volks: eine lange, bittere Leidensgeschichte, Schmach und Schande aufthürmend über den Häuptern, ja, über den Gräbern jener mit der Herrschermacht angeblich begnadeten Menschen, welche, Krämer-, Schacherer- und Bedientenseelen unter den Ordenssternen bergend, als Polizeileute agirten über ihr Volk nach dem Befehl auswärtiger Despoten; – eine ehrenwerthere Rolle haben nur wenige der unmediatisirt gebliebenen Fürsten auf ihren Thrönchen und Stühlen gespielt. – Und mit solchen Gegnern mußten Männer in die Schranken treten, deren geheimste Ader für die höchsten Güter der Menschheit, für Freiheit, Recht und Volksglück schlug! – Sollen wir alle Thaten der List, Lücke, Frechheit, des Hohns und der Gewalt aufdecken, mit welchen den kühnen Volksvertretern begegnet wurde und welche nicht selten ihren Zweck gar deutlich verriethen, die gefürchteten Feinde zu Ungesetzlichkeiten zu verleiten, oder moralisch zu vernichten, ja auch körperlich zu schwächen? – Sollen wir erzählen, wie man Freiburg als „den Centralpunkt des revolutionären Geistes“ durch scharfe Strafdrohungen einzuschüchtern und den Handwerksstand gegen die Freiheitsmänner aufzuwiegeln suchte? – und wie die Einwohnerschaft den Regierungsumtrieben antwortete durch einstimmige Wahl Rottecks zum Bürgermeister? – und wie Welcker ein männliches Wort der Wahrheit mit Gefängniß büßte? – und wie endlich Badens Regent die Universität des gegen Druck und Unrecht widerstrebenden Freiburgs schließen und die Rädelsführer Rotteck und Welcker von ihren Lehrstühlen weisen ließ? – und wie „Der Wächter am Rhein“ und „Der Freisinnige“ endeten? – Wollen wir die heilige Freiheitssonne unserer unvergleichbar großen Gegenwart mit den schwarzen Seiten solcher Geschichten trüben? Nein! Besser, das Buch zu! – denn leider ist die badische Geschichte jener Zeit noch lange nicht der schlechteste Theil der Geschichte des deutschen Volks und seiner Fürsten.

Zurück zu den Männern, welche Freiburgs Ruhm und Deutschlands Heil und Ehre sind: Welcker und Rotteck! Wenn Du, Geist des Entschlafenen, heute unter uns erschienst – heute, kaum acht Jahre nach Deinem Tode – und gingest mit irgend einem Manne, den Du zu Badenweiler die Hand gedrückt, zu Frankfurt, in der Bundesstadt, durch die Eschenheimer Gasse, und da sähest Du die schwarzrothgoldene Fahne auf dem Bundespalaste und müßtest Deine Freunde Welcker, Uhland, Jordan etc. als Bundestagsgesandte begrüßen – um wie viel Jahrhunderte würdest Du die Welt älter schätzen? –