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Mehemed Ali, Vicekönig von Aegypten, schenkte Karl X. die beiden Obelisken, welche den Eingang des großen Tempels von Luxor auf der Stätte des alten Theben zierten. König Karl entsendete eine Expedition, um den einen dieser 72 Fuß hohen Monolithen abzuholen. Glücklich gelangte er nach Havre, wo er auf ein flaches Fahrzeug übergeladen wurde, das ihn nach Paris führen mußte. Hier, als er in Gegenwart der über den Fremdling erstaunten Bevölkerung auf den Kay gehoben werden sollte, platzte die Maschine und der Koloß fiel in den Strom. –

Da lag der Sohn der Sonne im Schlamm den ganzen Winter hindurch und erst im nächsten Jahre wurde er seinem schmutzigen Bette enthoben und an den Platz geschafft, wo er sich jetzt befindet. – Wird der Obelisk, der vier Jahrtausende auf seinem alten Fußgestell in Theben gestanden hat, auch so lange auf seinem neuen bleiben? oder wird nicht ein Tag kommen, wo Aegypten ihn wieder wegholt, wie einst die Preußen ihre Viktoria wiederholten und Venedig seinen Löwen von St. Markus? Wer will das Ende vorhersagen des Streits mit den afrikanischen Atlantiden, in den Frankreich sich einließ? wer will die Entwickelung jenes thatenreichen, großartigen, gewaltigen Drama’s vorhersagen, welches in Algerien den ersten Akt spielt? Sind nicht in diesem Kampfe die beiden Elemente, welche Völker zum Aeußersten begeistern, Religion und Vaterland, auf dem Spiele? gilt es für den Araber nicht auch der Penaten auf dem Hausaltar und der kostbarsten Güter im Nationalheiligthum? Es ist meines Bedünkens nirgends abzusehen, wo der Streit endigen, wohin und wie weit er Frankreichs Trikolore führen werde; denn er ist in die unergründliche Tiefe der menschlichen Natur hinabgedrungen, er hat die brennenden Gemüther der Söhne der Wüste im Innersten ergriffen. Kein Friede, nur Waffenstillstand ist da möglich. Es ist der Kampf mit einem Volke, das noch den Urcharakter bewahrt hat; treu im Glauben, fest in Selbstgefühl, Vaterlandsliebe und Aufopferungsmuth: und ein solches Naturell, urplötzlich, wie es geschehen ist, aus seiner Einsamkeit in die Weltgeschichte hinausgestoßen, kann im fortdauernden Kampfe an Kraft nur gewinnen. Daß es so ist, beweist die Geschichte, beweist der Kaukasus. Es gehört wenig Prophetengabe dazu, voraus zu sagen: Frankreichs Kampf in Afrika wird werden ein Kampf um Seyn und Nichtseyn, wie Othins Kampf mit dem kapitolinischen Jupiter; und trotz aller Triumphe und Trophäen und gewonnenen und noch zu gewinnenden Siegeskronen ist es möglich, daß in diesem Kampfe Frankreich wie Rom noch endige. –