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in der Mehrzahl, was die Zeit begehrt, ausweichend Dem, was das Volk als sein gutes Recht beansprucht, jedes Zugeständniß als ein erzwungenes und darum nicht zu Recht bestehendes betrachtend, oder es fälschend mit Advokatenkünsten und ihm mit diplomatischer Kniffigkeit Hinterthürchen anhängend, ohne Wahrheit und ohne Ehrlichkeit im Herzen, das Unveränderliche ihrer Natur erkennen lassend und zur Ueberzeugung nöthigend, daß ein Abkommen mit ihnen nicht mehr möglich sey: – werden sie nicht eher ruhen, als bis sie ein zweites, furchtbareres Gericht über die Fürsten, über sich selbst und über Deutschland herbeigeführt haben. Die Reaktion, eingedenk des Spruchs: „Theile und herrsche!“ sorgt schon dafür, daß es zu keiner Verständigung der Meinung komme; sie verhindert die Einigung der Volksmänner, nährt die Zwietracht, stürzt Alles in Verwirrung. So sehen wir, wie beim Thurmbau in Babel, wenn Mörtel verlangt wird, Steine herzutragen, und Holz bringen, wenn die Andern Ziegeln fordern. Die Sprachen sind ein solches Durcheinander geworden, daß Keiner mehr den Andern versteht. Nicht eine Idee ringt sich zur Herrschaft auf. Was heute gegolten, das wird morgen verworfen, und was gestern Beifall gefunden, fällt heute in Vergessenheit. Jeder folgt seiner eigenen Ansicht, Jeder will die Welt nach seinen Phantasien oder für seine Interessen bauen und die Berathungen sind öfters nur ein Zeugniß der Rathlosigkeit. Unstät, ohne Steuermann und ohne Compas, rollt das schwere deutsche Orlogschiff auf den Wellen, zürnend hüllt sich der rettende Gott in seinen Wolkenschleier und die hellen Sterne verschwinden an unserm Himmel, einer nach dem andern. Es dunkelt schon und in dem Zwielicht sind die wühlenden, die junge Freiheit unterminirenden Kräfte geschäftig und tausend und aber tausend Hände knüpfen emsig die zerrissenen Fäden wieder am Webestuhl der begrabenen Willkürherrschaft.

Gottlob! der begrabenen; und darum ist auch all dieß reaktionäre Thun ein Werk der Hoffnungslosigkeit. Was unsere Revolution nicht vollendet hat im ersten Akt, das wird sie, wenn man sie zum zweiten treibt, in diesem sicher vollbringen. Aber – dringe doch dieser Zuruf den Fürsten in’s tiefste Seelenmark! – in Blut wird sie waten in diesem zweiten Akte, die Brunst der Städte wird ihren Gang beleuchten und unter die Füße treten wird sie das Glück von Millionen. Und wenn dann Ihr, Ihr Fürsten, als Opfer an des Siegers Rachewagen gebunden, umhergeschleift werdet und das wüthige Volk Eure Glieder umherstreut wie die Medea die Glieder des Absyrtes, – welch ein klägliches Schauspiel für Gott und die Menschen!

Trätet ihr, Fürsten! der Reaktion entgegen – Satan selbst mit seinen Gesellen könnte euch in Deutschland nichts anhaben! Aber ehrlich müßtet ihr’s meinen mit der Zeit und mit dem Volke. Ihr müßtet die neue Saat, welche die erstorbene Welt wieder grün machen soll, einstreuen in den frisch gerodeten Boden, rein von Tollkorn und bösem Unkraut. Ihr müßtet, wie die Adler, dem Volke vorfliegen und den Weg zur Sonne zeigen, – nicht wie Geier das Volk umschwärmen, gierig ihm die Krallen in den Leib zu schlagen, sobald es, müde geworden, sich wieder zum Schlummer niederlegt. – Erwägt es wohl! Ihr wäret Alle, nicht einer ausgenommen, in des