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Luzern, die in diesen Kämpfen schwer geprüfte Stadt, geht nun, von ihrem drückenden Alp befreit, einer besseren Zukunft zu. Die aristokratisch-hierarchische Rinde, welche früher alles Staats- und Familienleben umgürtet hatte, fällt Stück vor Stück ab und der heitere Sinn der Bewohner, der in Gefahr stand, vom Pfaffenthum erstickt zu werden, steigt wieder hervor in die treuherzigen, so lang, in schwerer Täuschung befangen gehaltenen Augen. Unser Bild zeigt uns die Stadt mit ihrem erhabensten Schmuck, dem spiegelklaren Vierwaldstädtersee, aus welchem hier die Reuß hervorströmt, und dem majestätischen Pilatus. Zwischen Berg und See rings um Luzern tritt uns ein Landschaftsbild voll Pracht und Lust entgegen, das das Herz mit gleicher Kraft zum Himmel erhebt und an die Erde fesselt. Die Stadt selbst, einfach und glanzlos gebaut, wird durch die Reuß in zwei Theile geschieden, aber durch vier stattliche Brücken wieder verbunden; von diesen ist die sogenannte Kapellbrücke tausend Schritt lang und mit einem alten Thurm und Gemälden (einer Kopie des Baseler Todtentanzes) geschmückt. Die vielen Mauer- und Kirchenthürme lassen die Stadt aus der Ferne größer erscheinen, als sie in der Gegenwart ist; sie zählt in 800 Häusern etwa 8500 Bewohner. Als eine beachtenswerthe Merkwürdigkeit zeigt man in der hiesigen Haupt- und Stiftskirche zu St. Leodegar die größte Orgel in der Schweiz. Möge sie fortan nur Gesänge der Eintracht, des Friedens und der Liebe aus Herzen und Mund zum Thron des Ewigen emporgeleiten!




DXXXXIII. St. Rupertskloster bei Bingen.




Durch den Hader wird alles Leben geboren, und wenn nur die zusammenhaltende Liebe nicht fehlt, findet jeder Zwist seine Beruhigung wieder, ehe er in Zerstörung endigt. Indeß gibt es Dinge so dämonischer und verwerflicher Art, daß kein Vergleich mit ihnen zu schließen ist. Brechen muß man mit ihnen ganz und gar. Man muß mit ihnen streiten, um sie zu verderben.

Ein solches Ding ist das Mönch- und Pfaffenwesen in Deutschland. Mit ihm ist kein Vertrag mehr zu machen. Der Spruch ist gethan, der Stab ist gebrochen. Fort mit ihm auf die Armesünderbank und was noch übrig ist, ist Henkersarbeit! Will es um Gnade bitten: es soll ihm nichts helfen. Der Volksgeist,