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deine Treulosigkeit ihm die Macht genommen, und indem du ihn in deinen Schmutz herabgezogen, hast du die Herzen von ihm abgewendet. Den reinen Strahl der Wahrheit hast du in allen Farben gebrochen und verfinstert, und was in Liebe sich vereinte, das hast du mit rastloser Arglist in unversöhnlichen Hader geschieden. Ja, die Kirche selbst, deinen Abgott, hast du ihrer überirdischen Abkunft entkleidet, in den gemeinen Dienst der Sinnenwelt gezogen und zu einem Schemen herabgewürdigt; den Priesterdienst aber zu einem groben Frohndienst gemacht, zu einem Wortgemenge des Unsinns, zu einer Schauspielerfertigkeit, die immer und immer wieder dasselbe Spiel wiederholt, zu einem Larventanz und Mummenschanz ohne Inhalt, Tiefe und geistige Bedeutung. Kurz: dein Thun ist die Lehre und Praxis das absoluten Nichts; deine Kunst eitel Buchstabenwerk, dein Wissen leerer Dunst, dein Streben mit der Zeit im Widerspruch, deine Seelsorge ist auf Verdummung der Geister und Despotismus gerichtet, deine Klugheit ist Lug und Trug, dein ganzes Treiben ein ehrloses Verhüllen und Vertuschen der Lügen, die du dem Volke vorpredigst, ein Bemänteln und Berücken, ein Hadern mit dem gesunden Menschenverstand ohne Kraft, ohne Macht und ohne Würde. Darum ist das ganze Pfaffenwesen nur ein einziger Widerspruch und keineswegs ein erhaltendes, sondern vielmehr ein chaotisches, auflösendes Element in der heutigen Gesellschaft, die den Stab über dasselbe gebrochen hat.

Aus dem Tode des Pfaffenthums, und nur aus seinem Tode, wird und kann das bessere, das neue religiöse Leben keimen. Nicht auf den ersten Wurf wird es erwachsen; nicht über Nacht wird sich aufbauen die neue Kirche: brausend, zischend, gährend werden die Kräfte noch lange Zeit durch einander fahren; sich noch in manchen mißlungenen oder halbgelungenen Schöpfungen versuchen; aber die Zukunft wird nicht umsonst nach dem großen Tempel fragen, der den gesitteten Theil der Menschheit zu einer religiösen Gemeinschaft vereinigt. Schießt nicht die Idee dieser Glaubens-Einigkeit und Verbrüderung schon hin und her in den hellsten Geistern wie die Strahlen des Lichts von Stern zu Stern? Ja, sie wird, sie muß sich verwirklichen; denn sie ist in Harmonie mit der Idee der Verbrüderung aller Völker unter dem Obdach der Freiheit, und der Missionsberuf des Christenthums – den es im Kampfe mit dem Heidenthum von Gott erhalten – erfüllt sich durch sie allein. Die Devise auf dem Heerschild des künftigen Völkerglücks wird seyn: „Religion und Freiheit“.


Die Klosterruine St. Rupert ist ein malerisches Plätzchen des Rheingaues unterhalb der Binger Brücke über die Nahe. Stifterin war, zur Zeit der Kreuzzüge, die heilige Hildegard, welche in so vielen Sagen und Legenden des Rheinvolks fortlebt und deren Wirken so hoch gepriesen wird. Im Bauernkriege wurde Abtei verbrannt; der Staat zog die Güter ein und ließ die Gebäude in Ruinen.