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jedem Tage näher, und abgerissene Glieder des verstümmelten Körpers dienen bereits dem Werke der Umgestaltung. Algier ist ein Stück von Frankreich: die neue afrikanische Handelsstraße übersteigt den Atlas; Aegypten ist die Brücke für den Ueberlandweg nach Ostindien; im rothen Meere rauschen die britischen Dampfer, im Tigris- und Euphratthale bilden sich britische Faktoreien und an der untern Donau bricht sich der Handel unter Oesterreichs und Rußlands Beistand breite Wege.

Angesichts all dieses Strebens und Fortschreitens, dieser vielfältigen, vielseitigen, ja wunderbaren Regsamkeit, dieses unablässigen Drängens nach Neugestaltung und Verwandlung, wird es klar, daß der Verkehr in der alten Welt und unter seinen 200 Millionen Bewohnern die weiten und lästigen Umwege zur See großentheils verlassen und die geraden, diametrischen Wege wieder einschlagen werde, sobald sich mit diesen die Vorzüge und Vortheile größerer Schnelligkeit, größerer Kürze, größerer Sicherheit ohne Erhöhung der Transportpreise vereinigen lassen: – denn gewiß wird Niemand die Behauptung wagen, der Personen- und Waarentransport zwischen den alten Kontinenten werde fortfahren, sich auf dem Umwege zur See zu bewegen, wenn er über Land, schneller und sicherer, eben so billig zum Ziele gelangen kann. Werden die Engländer z. B. ihre Exporten nach Persien, wie bisher, mit 4monatlichem Zeitverlust um’s Kap der guten Hoffnung herum und über Bombay versegeln, wenn sie solche mit gleichen Kosten binnen 5 Wochen mit Dampfkraft auf Eisenbahnen, Strömen und Kanälen über Antwerpen und Köln, Basel, Genua, oder über Köln oder Hamburg nach Triest, oder über Hamburg, Hannover, Nürnberg, Regensburg, Wien, Pesth, Galacz, Sinope oder Trapezunt an ihren Bestimmungsort verladen können? Müssen aber dann nicht, sobald auf dem alten natürlichen und kürzesten Wege Dampfwägen und Eisenbahnen zur wohlfeilen Bedienung des Verkehrs bereit sind, diese alten, verschütteten und verlassenen Handelswege sich wieder zur frühern Bedeutung erheben, und steht dann nicht den alten Stapelorten derselben, Augsburg, Regensburg, Ulm, Nürnberg, Mainz, Köln, Braunschweig, Frankfurt und vielen andern deutschen Städten, die an diesen Bahnen liegen, eine Epoche des Gedeihens bevor, welche ihre glänzendste Vergangenheit in Schatten stellt? Man vergleiche nur das Jetzt mit Sonst in Bezug auf Bevölkerung, Kultur, Lebensgenuß und Bedürfniß in den 3 Welttheilen, deren gegenseitiger Verkehr auf diesen Bahnen wandern wird, und erwäge den Einfluß und die Wirkungen, welche die Schnelligkeit, Leichtigkeit und Billigkeit dieses Verkehrs, gewährleistet durch die neuen Fortschaffungsmittel, hervorbringen werden und müssen! Im letzten Jahrhundert hat sich die Menschenmenge in Europa mehr als verdoppelt, das Zehnfache aber reicht nicht hin, um was der Kulturfortschritt die Bedürfnisse des Welttheils gesteigert hat. Wahrlich, der lebhafteste Geist kann sich die Größe des Weltverkehrs nicht denken, welcher sich unter diesen Verhältnissen durch die Mitte Deutschlands bewegen wird, sobald ein frei-einiges Deutschland die diesem Verkehr dienenden, von Nord nach Süd in