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DLXXXV. Partie im Richmondpark bei London.




„Da habe ich den Schurken!“ rief mein Freund, als der sorgfältig erhaltene Kiespfad um eine klafterdicke Steineiche bog, deren schwachbelaubte Aeste in belebten Figuren auf den Sammetrasen des Richmondparts schatteten; – „da ist er, der alte Jude, der Gott und die Welt betrogen!“ und damit hob er seinen Stock auf und zeigte nach einem alten Manne, der am Arm einer schwarzgekleideten Dame und gefolgt von zwei Dienern unter den Ulmen lustwandelte, welche das Ufer des nahen kleinen Sees einfaßten. „Land und Volk hat der Bösewicht verrathen und den Krater der Revolution neu geöffnet, dessen Flammenfluth und Aschenregen den Frieden eines Erdtheils begraben und Glück und Vermögen von Millionen verschütteten, – und das Alles um der schmutzigen Selbstsucht willen, die in ihm zu Thron saß! Auch meinen Ruin hat er verschuldet, – fuhr er fort, – mein Fluch folge ihm in den Orkus!“ Und mit glühendem Gesicht und steigender Stimme rief er laut: „Es komme der Geist, welcher die Kronenträger und Juden ausrottet und die Menschheit von den Teufeln der Alleinherrschaft erlöst! Eher wird’s doch nicht besser, als bis die ganze Höllenbande in’s Exil geschickt ist und Ferien hat, wie dieser Louis Philipp“ – „oder ein Brutus auf jeder Seite unsers deutschen Volkskalenders roth gedruckt steht!“ setzte er nach einer kurzen Pause hinzu, als habe er sich eines Bessern besonnen. „Du wirst doch nicht an dem alten Exkönig auch zum Heiligen werden mögen?“ fragte ich den fast drohend und mit erhobenem Stocke dem Laubgang Zuschreitenden scherzend. „Und wenn ich’s wollte! – es wäre nicht die unverdienstlichste unter den Thaten, welche die Kanonisation erworben. Einen alten Wolf zu erschlagen, ist nie ein Verbrechen. Und glaube mir, dieser Graukopf spinnt noch immer Fäden des Unheils so gut wie jener andere in Brighton, der die Hampelmänner auf den deutschen Theatern tanzen läßt. Die Politik wird dem deutschen Volke vorgemacht, während es sie selbst zu machen glaubt. Metternich ist noch immer das Orakel der Fürsten. Ich sage dir: Keine Erlösung ohne Brutusse, – selbst das Exil bringt keine Rettung vor den Diplomaten und Königen.“ Und die Kuttenbrüderschaft – was beginnst du mit dieser? „Die stirbt an der Aqua Toffana der Freiheit,“ erwiederte Karl lachend. „Du zweifelst? so blicke nach Nordamerika! Die Volkshoheit ist das ganze Geheimniß der Volkserlösung. Sey deines Volkes Apostel, wenn du zurück kommst, predige das Geheimniß auf Märkten und Gassen in deiner Heimath; – du hast ja die Grundrechte mit freiem Vereins- und Versammlungsrecht, prächtig verbrieft vom souveränen Parlamente! – Was schüttelst du?