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DLXVIII. Römischer Aquädukt in Segovia (Spanien).




„Roma schenkte den Strom; Roma, die Mutter des Ruhms.“

Das Volk der Gracchen ist vergangen, der Staub der Cäsaren ist verweht; ein anderes Rom steht auf den sieben Hügeln und eingezogen ist ein anderes Geschlecht: wohin sie aber blicken die Nationen des ehemaligen Weltreichs, sey es in ihre Gerichtsstuben, sey es in ihre Gesetzbücher, sei es in ihre Staatseinrichtungen, in ihre Schulen, in ihre Sprachen: überall sehen sie noch lebendig das alte Rom, die alte Weltbezwingerin.

Roms Zeit war Herrlichkeit und Schrecken. Es war die Zeit der großen Tugenden und der großen Laster, die Zeit, da viele Völkerleben erstarrten im Eise der Gewaltherrschaft einer einzigen Stadt. Die Idee einer Universalmonarchie, sie wurde durch Rom allein zur vollen Geltung gebracht. Zehn Jahrhunderte lang wuchs der Riese des Kapitals fort, bis er seine Glieder ausstreckte über drei Viertheile der damals bekannten Erde. Das Schwert war sein Hirtenstab, die Völker seine Heerden. Folgerecht, unerbittlich, mit eiserner Härte zerstörte er bis aus den Grund das eigenthümliche Wesen der Nationen; Sitten, Kultus, Sprache und Verfassung verschwanden unter seinem Tritt und römisches Leben trat an ihren Platz. Dreißig Generationen hindurch dauerte zum Jochen der Welt das Kriegen und Siegen. Dreißig Geschlechter feierten auf dem Kapital Triumphe, sahen die Bürger in Siegerkronen, mit Trophäen beladen, über das Forum ziehen, sahen fremde Könige in Ketten und feindliche Feldherren gebunden am Siegeswagen, sahen herbeiströmen alle Schätze der Erde, – aber auch alle Blutschuld mit ihnen, welche lastet auf der Unterjochung und Beraubung der halben Menschheit. Die Vergeltung ließ nicht lange aus sich warten. Während der Adler des kapitolinischen Jupiters allwärts Herrschaft übte, und als man sich’s am wenigsten versah, ward es plötzlich wüst im Hause des Donnerers selber, und das Schicksal der abgesetzten Götter der bezwungenen Nationen, die er im Pantheon versammelt hatte, ward sein eigenes Loos. Gerade als seine Macht am größten schien – fielen Glaube und Vertrauen von ihm ab und er verschwand vor dem enttäuschten