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Auch in diese Zufluchtsorte der Waidmannslust griff mit der Zeit veredelnd die Hand der Kultur. Die Gartenkunst drang in den Jagdpark ein; sie bahnte Wege, pflanzte Blumen, zwang die Baumgruppen, sich in Farbe und Form nach ästhetischen Regeln zu gestalten, und nöthigte die Natur, dem Lustwandelnden bei jeder Wendung des Pfads, bei jedem Ruhepunkte eine neue Aussicht oder eine überraschende Ansicht zu zeigen. Mit der französischen Revolution, mit den Ideen der Freiheit, für welche sie Propaganda machte, gelangte auch der verschrumpfte Sinn für Naturschönheit wieder zu Kraft und Recht in Deutschland. Die freie englische Gartenkunst zog ein und die gefesselte französische aus. Der revolutionirte Geschmack warf Alles weg, was bis dahin nach französischen und holländischen Mustern die Natur verunstaltet hatten. „Wo Le-Notre Fontainen springen ließ und die Bäume zu Fratzen verschnitt, schuf man Wasserfälle und ließ die Eiche sich in ihrer ganzen Herrlichkeit entfalten; wo der Holländer Tulipanen pflanzte, ließ man wilde Rosen wuchern, und wo Statuen gestanden, sprang das Reh, oder weideten Hirsche. Die Blumen aber lachten dem Auge da entgegen, wo sie ihm am wohlsten thaten; sie waren wieder lustige und prächtige Kinder, bald wie durch Zufall, bald wie nach den Winken der Schönheit in die Natur hineingestreut, sie waren keine holländischen Soldaten mehr, in Reih’ und Glied mit Wappen und Aufschrift.

So hat sich denn der Mensch mitten in die rücksichtslose Natur hinein wieder seine Gärten des Friedens, seine Paradiese gebaut, wohin er eilt, wenn er ausruhen will von den Arbeiten und Gefahren, die ihn jenseits der Umfriedigung verfolgen.

Ist das wahr? Leider nur für Wenige und für diese kaum! – Die Mehrzahl bringt in die Paradiese ihren Jammer mit und findet ihre Schlange, und Andere finden den Engel mit dem Flammenschwerte: den Neid, der ihnen die Pracht und das Wohlleben der sogenannten Glücksmenschen der Erde zeigt. Er ist es, welcher tagtäglich Tausende aus den Paradiesen der Zufriedenheit und Genügsamkeit vertreibt und Millionen das Geheimniß verschlossen hält, sich am Kleinen zu erfreuen und im Besitz des Wenigen das Glück zu finden.


Richmond-Park, ein britisches Krongut im Themsethale, etwa 8 englische Meilen oberhalb London gelegen, ist eine der größten und reizendsten Gartenanlagen der Welt. Der Park hat 4 Stunden in Umfang (sein Areal mist 3000 Morgen) und enthält in der lieblichsten Abwechselung Alles, was Natur und Kunst in einem solchen Raume Schönes zusammenstellen konnte: Berg und Grund, Wälder und Triften, Felsen und Wasserfälle, Schluchten und freundliche Thäler, Seen und Bäche, Dörfer und Meiereien, Schlösser und Hütten, Ruinen und Kapellen, Heerden und Wildgehege, – und durch das Ganze windet sich der prächtige Strom, Jahr aus