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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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den Napoleoniden wieder eine Freistätte; diesen folgen die ältern Bourbonen und diesen die jüngern, – damit wieder ein Napoleonide an die Spitze Frankreichs trete, dieses Frankreichs, das von streitenden Meinungen durchwühlt, von Blitzen durchschossen, vom wilden Toben unheimlicher Kräfte durchbebt, vom flammenden Lavastrome umronnen, nicht zur Ruhe kommen kann und nur des Winkes harrt, loszulassen den Typhon über den Welttheil, der zwar noch im Abgrund gebunden liegt, aber, wenn die Stunde des Weltgerichts geschlagen hat, die Sünde der Fürsten und Völker, seit Jahrhunderten begangen, an den Lebenden heimsuchen wird. Wehe dem Geschlecht in dieser Stunde; denn die Gebeine der Erwürgten wird die Fluth zu Hügeln aufwälzen und die schweren, riesenhaften, grauenvollen Träume, die Viele der Schlafenden jetzt umfangen, werden zur Wirklichkeit werden. Doch auch diese Sündfluth, glaubt es, findet ihre Arche und ihren Ararrat, und wenn sie verronnen ist und die Taube den Oelzweig gebracht hat, werden der Völker Dankopfer gen Himmel steigen.
Das ist doch einmal ein Prachtstück der erhabenen Natur; wild, schauerlich und herrlich! – Der Roßtrappfels springt senkrecht, wie eine geborstene ungeheure Mauer, in das Bodethal herein. Der reißende Bergstrom schäumt, auch von der andern Seite beengt und eingedämmt, brausend zwischen den Feldwänden hin. Von der Höhe des Felsens selbst herab gesehen, ist der Anblick wahrhaft groß. Aus schwindelnder Tiefe schallt das Donnern der Wasser herauf; schlanke, dichtlaubige Bäume ragen aus dem Grunde und grünes Gebüsch kleidet und schmückt die starren Wände. In der Ferne aber wölbt sich eine Brücke, die Teufelsbrücke genannt, über die Bode und zur Linken dringt der Blick weit hin in ein stilles, heiteres Waldthal, durch welches der Strom ruhig dahinfließt.
Der Name des Roßtrappfelsens stammt von dem Bilde eines Pferdehufs, welcher sich in kolossalen Dimensionen in dem Felsen eingebauen zeigt. Er ist ein Werk von Menschenhänden und Klopstock singt:
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 107. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/115&oldid=- (Version vom 29.4.2025)