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von Gedanken zu Gedanken ziehen und aller Belagerungszustände, aller Heere, aller Kanonen, aller Windischgrätze und Jellachiche spotten. Trage denn, Austria, stolz und hoch das Haupt; denn nicht nur die Hoffnung ist dein, auch der gewisse Sieg. Wenn die giftigste der Schlangen drei Mal sich gehäutet hat, so stirbt sie. Und deine häutet sich aber jetzt zum dritten Male.


Linz, im deutschen Lande „ob der Ens“ die blühende Hauptstadt, ist gelegen im breiten, reichen Donauthale und nimmt sich von allen Seiten mit seinem Schloß auf der Höhe und seinen vielen Thürmen recht freundlich aus. Helle Straßen, schmucke Häuser, stattliche Plätze, das frohe Leben und die Rührigkeit überall, bestätigen, was man von dem allgemeinen Wohlstande der Linzer hört; aber das Schönste und Beste ist das Volk selber, ein scharf ausgeprägter, ächtdeutscher Menschenschlag, schön geformt und kraftvoll, unter unsern Stämmen einer der edelsten und eine Zierde für die ganze Nation. Herzlichkeit und Biederkeit ist des Oberösterreichers gemeinsame Lebensgabe, und mit diesen Eigenschaften verbindet sich bei den Linzern Bildung und Gesinnungstüchtigkeit. Die Schönheit der Linzer Frauenwelt ist sprichwörtlich, und dazu gesellt sich nicht selten jene geistige Anmuth, welche mehr als die reizendste Körperform fesselt.

Linz ist römischer Gründung und erscheint in der Karolinger Zeit zuerst als Zollstätte wieder. Furchtbare Schicksale hat die Stadt ertragen, und viele Stürme des Kriegs, der Belagerung und der Eroberung zogen über sie hin in so langer Zeit: – niemals ist aber ihr städtisches Leben ganz erloschen und in neuerer Zeit hat es sich auf das Freudigste entfaltet. Die Belagerungsnacht, die sie jetzt umfängt, ist nur ein schlechter Fastnachtsspaß. Der Linzer lächelt darüber, denn er weiß: wenn der Fasching da ist, ist Ostern nicht weit.