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Gase, welche früher wenig Widerstand fanden und durch die Risse und Spalten der schlackigen Oberfläche ausströmten, erlitten dadurch eine größere Spannung und ihre Kraft trieb die Schale zu Blasen auf, welche aus den Meeren an’s Tageslicht emporstiegen. So entstand das erste Land, die erste Insel, das erste Gebirge. Das Sonnenlicht beschien zeugend das an den Tag getretene Gestein. Das erste Pflanzenleben entwickelte sich und wir gelangen zu jener Flora, die uns bewahrt ist in den Schichten der Grauwacke. Sie ist spärlich; ihre Organismen stehen auf niedern Stufen. Es find riesenhafte Sumpf- und Seepflanzen, schenkeldicke Binsen, die, zusammengeschwemmt, die Mulden ausfüllten, oder abgesetzt wurden auf dem Boden der Seen. Dort haben sie der ältesten fossilen Kohle Entstehung gegeben: dem Anthracit.

Nach neuen Umwälzungen und Zerstörungen der Erdrinde, bei denen immer das Wasser die Hauptrolle spielt und unter denen die erste organische Schöpfung ihr Grab findet, wird die Erdschale im Laufe langer Zeit mit jenen bis 3000 Fuß dicken Sandschichten röthlicher Färbung bedeckt, welche der Geolog unter dem Gesammtnamen: „die rothe Sandformation,“ bezeichnet. Ihr Entstehungsprozeß schließt eine ganze Reihe organischer Schöpfungen ein, die abwechselnd kommen und verschwinden.

In den untersten Schichten dieser Formation sind die Pflanzenarten noch nicht zahlreich: es sind meistens Sumpf- und Seepflanzen. Weiter nach Oben treten die Ueberbleibsel von Landpflanzen in Menge auf und ihr wohlerhaltener Zustand gibt ihnen einen um so höhern Werth, als sie sowohl die Geschichte der ältern Vegetation unsers Planeten, der Klimate und geologischen Veränderungen, welche damals vorherrschten, beleuchten, als auch darum, weil sie keinen geringen Einfluß auf das gegenwärtige Schicksal des Menschengeschlechts ausüben. Diese Schichten, in welchen die Pflanzenüberreste in so großer Menge aufgehäuft liegen, führen den Namen: die Steinkohlenformation. Zuerst auf dem Boden der frühern Meere, der Flußmündungen und Seen hingeschwemmt und daselbst in Lager von Sand und Schlamm begraben, wurden sie in mineralische Kohle verwandelt, während Sand und Schlamm zu Sandstein und Schieferlagen sich verhärteten. Letztere namentlich sind wahre Herbarien der Vorwelt. Sie enthalten die Pflanzenabdrücke oft so vollständig und genau, daß z. B. bei den Blumen sogar der Blüthenstaub noch zu erkennen ist.

Die Zahl der Pflanzenspezies, aus denen die Steinkohlenlager zusammengesetzt sind, beläuft sich auf etwa 400. Wenn wir auch annehmen wollen, daß noch ein paar hundert für spätere Forschungen verborgen blieben, so geben sie doch zu erkennen, wie viel ärmer jene Floren der Vorwelt gegen die jetzige sind. Sie bestehen großentheils noch aus Pflanzen niederer Gattung: den Farren, Equiseten und Kryptogamen, auch solchen, die den krautartigen,