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DXCII. Brougham-Hall in Westmoreland.




„Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen“ – und daran ist nicht der Himmel Schuld, sondern das Maß der Triebkraft, das Gott in den Baum gelegt hat. Aber ausbreiten kann sich der Baum, daß er Aller Augen Lust ist. Dazu ist seine Kraft groß und der Himmel hoch genug.

So ist es auch mit dem geistigen Wachsthum der Menschheit. Nie wird die allgemeine Bildung der Völker in die Region emporsteigen, wo für alle Köpfe und Herzen eine gleich reine Atmosphäre herrscht. Ein solches Volk, eine solche Zeit bleibt ewig ein müßiger, wenn auch herrlicher Dichtertraum. Nein, müßig wollen wir ihn nicht nennen; denn so schön dieser Traum ist, so alt ist die Wahrheit, daß das Ziel der Menschheit weiter hinausgesteckt seyn muß, als ihre Strebekraft reicht: das erreichte Ziel wäre ja des Strebens Ende. Nur dem ewigen Vorwärts zu Liebe springt der ewige Quell des Lebens hervor; das Gegentheil ist Stillestehen, Rückwärtsgehen, Stocken, Erstarrung, Tod.

Aber auf höheren, auf würdigeren, heilbringenderen Bahnen könnte die Lebenswallfahrt der Menschheit gehen, wenn von den ungeheuren, unermeßlichen Kräften der Natur und den unerschöpflichen Mitteln der Völker auch nur ein geringer Theil immer mit gleicher Beharrlichkeit zur freien und edlen Entwickelung der Seelenkräfte verwandt worden wäre, wie er zum Gegentheil mißbraucht worden ist. Was hilft alle Triebkraft des Baumes, die Fruchtbarkeit des Bodens und die Güte und Milde des Himmels, wenn die Zähne und Messer der Arglist und Dummheit unaufhörlich an den Wurzeln nagen und schneiden.

So weit uns die Fackel der Geschichte in die Vergangenheit der Völker zurückleuchtet, sehen wir stets nur Einzelne, Stände oder geheim oder öffentlich in sich abgeschlossene Gemeinschaften im Besitz der Gewalt und aller vorräthigen Intelligenz. Wie gern hätte man sich oft selbst mit dieser Vertheilungsart der höchsten Güter befreundet, weil sie den Gesetzen der Natur zu entsprechen scheint, wenn durch dieses doppelte Göttergeschenk der Macht und Intelligenz die begünstigten Besitzer auch zu gewissenhaften Verwaltern derselben umgewandelt worden wären, wenn sie als ihr Ziel das der Menschheit – Ausbreitung der Humanität und Freiheit über alle Völkerfamilien – hingestellt und verfolgt hätten. Statt dessen zeigt uns die Vergangenheit der meisten Staaten nur große düstere Trauerbilder. Die zäheste Beharrlichkeit der Gewalthaber und Intelligenzhüter erschöpfte sich fast immer